Erstellt am 26. Januar 2016, 03:58

von Josef Kleinrath

Bernhard Müller: "War ein harter Tag!". Ex-Stadtchef Müller blickt auf hartes Jahr zurück, hat neuen Platz gefunden.

Bernhard Müller, ehemaliger SPÖ-Bürgermeister  |  NOEN, Franz Baldauf

Gestern, Montag, vor genau einem Jahr, fand jene Gemeinderatssitzung statt, die der Stadt einen völligen politischen Umsturz brachte.

"Vor einem Jahr war das ein sehr harter Tag für mich“, erinnert sich der damalige SPÖ-Bürgermeister Bernhard Müller am Jahrestag an jene Momente zurück, „ich bin froh darüber, wie ich es damals gemacht habe. Ich habe die Verantwortung übernommen. Das kommt auch zurück. In aller Regel werde ich sehr herzlich behandelt.“

Der Applaus, mit dem er beim SPÖ-Ball bedacht wurde, habe ihn auch überrascht, aber auch gefreut. „Jetzt, ein Jahr später, geht es mir gut. Ich habe zwei 20-Stunden-Jobs bei Communalp und bei Urban Forum“, schildert Müller im NÖN-Gespräch in seinem Büro in der Reyergasse. Über seinem Schreibtisch hängt ein Gemälde mit dem Wasserturm, gegenüber sitzt seine Kollegin Marie Grüner.

Neu- und Weiterentwicklung 

„Retrospektiv betrachtet hat das für mich eine Neu- und Weiterentwicklung gebracht“, ist Müller guter Dinge trotz der schmerzhaften Wahlniederlage. Eine Rückkehr in die Kommunalpolitik schließt er immer noch „zu 95 Prozent aus“, nie würde er wohl niemals sagen. Schließlich sind seine jetzigen Jobs auch politischer Natur. Gesellschaftspolitisch zwar, nicht parteipolitisch.

Was er auch macht, ist schreiben. Sein China-Buch etwa findet großen Anklang, zuletzt mit dem Wiener SPÖ-Bürgermeister Michael Häupl, mit Patrick Horvath und mit Thomas Weninger, dem Generalsekretär des Städtebundes: „Zukunft Stadt. Wirtschaftspolitische Visionen für die urbanen Zentren von morgen“.

Und er ersucht um Verständnis. Um Verständnis dafür, dass er politische Themen nicht mehr kommentiere. „Auch nicht den Rechnungshofbericht“, wie er abschließend betont.