Erstellt am 24. Februar 2016, 14:12

von APA Red

Betrug mit teuren Mietwagen: Zwei Verdächtige in Haft. Durch Betrügereien mit Mietwagen soll eine Bande serbischer und schwedischer Nationalität in Österreich und Deutschland mehr als 400.000 Euro Schaden verursacht haben. Zwei Hauptverdächtige (beide 43) sind Haft, zwei weitere flüchtig.

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Laut der NÖ Polizei wurden insgesamt elf hochpreisige Fahrzeuge angemietet und nach Serbien gebracht, in Schweden jedoch als gestohlen gemeldet.

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Nachdem einer Mietwagenfirma in Wiener Neustadt hochpreisige Autos auf diese Art abhandengekommen waren, nahmen Kriminalisten des Stadtpolizeikommandos Ende Oktober 2015 die Ermittlungen in dem Fall auf. Verdächtigt wurden eine - derzeit noch flüchtige - 25-Jährige (Foto links) und ein 43-Jähriger, beide aus Serbien.

In Zusammenarbeit mit der deutschen Kriminalpolizeiinspektion in Erding (Bayern) und dem Landeskriminalamt Niederösterreich wurde eine - inklusive Informanten - insgesamt achtköpfige Tätergruppe ausgeforscht, die nicht allein neben Österreich und Deutschland, sondern auch in Frankreich, Belgien und den Niederlanden agiert haben soll. Die Beschuldigten traten vorwiegend in Flughafenbereichen als "Kunden" bei Mietwagenunternehmen auf.

Täter täuscht Opferrolle vor

Während die Autos unverzüglich nach Serbien gebracht wurden, wurden der schwedischen Polizei telefonisch angebliche Pkw-Diebstähle angezeigt. Dies hatte, wie die Landespolizeidirektion am Mittwoch erläuterte, den Hintergrund, dass in diesen Fällen die Anzeigen im jeweiligen angeblichen Diebstahlsland als Straftat durch unbekannte Täter dem jeweiligen Gericht zur Anzeige gebracht werden und der mutmaßliche Täter meistens nur als Zeuge aufscheint.

Weitere Ermittlungen werden im Diebstahlsland meist nicht vorgenommen. Der jeweilige Täter täuscht somit durch seine "ordnungsgemäße " Anzeige seine Opferrolle vor. Dem Unternehmen wird durch die Anzeigebestätigung meistens durch eine vom Täter abgeschlossene Vollkaskozusatzversicherung der Schaden ersetzt.

Hinweise an Polizeikommando erbeten

Aufgrund der Komplizenschaft eines Beschuldigten mit schwedischer Nationalität dürften hier auch Anknüpfpunkte und Insiderwissen betreffend der Anzeigeerstattungsvarianten in Schweden vorliegen.

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Die beiden 43-Jährigen wurden aufgrund europäischer Haftbefehle am 24. Dezember an der serbisch-ungarischen Grenze festgenommen und nach Österreich überstellt. Die 25-Jährige (Bild oben) und ein weiterer serbischer Staatsbürger (69, Foto links) sind flüchtig.

Zu elf nachgewiesenen Betrügereien - vier davon in Österreich mit einer Schadenssumme von knapp 163.000 Euro - kamen noch zwei Anmietungsversuche. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Beschuldigten noch weitere Straftaten verübt haben könnten.

Hinweise sind an das Stadtpolizeikommando Wiener Neustadt, Tel. 059133-373333, zu richten. Der Fall hängt nicht mit einer in Ungarn zerschlagenen, ebenfalls europaweit agierenden Autoschieberbande zusammen, hieß es auf Anfrage bei der NÖ Polizei.