Erstellt am 29. Dezember 2015, 09:14

von Josef Kleinrath und Doris Hoefer

Feuerwehr: Wöhrer geht als Bezirkschef. Mit Franz Wöhrer hört überraschend der oberste Chef der Wiener Neustädter Bezirksfeuerwehr aus Markt Piesting auf.

Franz Wöhrer hört im Bezirk und auch in Markt Piesting als FF-Chef auf.  |  NOEN, Baldauf/ privat
Zwei Perioden hat Franz Wöhrer die Feuerwehr des Bezirkes Wiener Neustadt geleitet. Bei den Wahlen im Jänner tritt er nicht mehr als Bezirksfeuerwehrkommandant an. Was für viele überraschend kam, war für Wöhrer schon lange klar: „Ich habe bei meinem Amtsantritt schon gesagt, dass ich für zwei Perioden zur Verfügung stehen werde.“

Der 61-jährige Feuerwehrmann mit Leib und Seele könnte auch nicht mehr die ganze Periode fertig machen – mit 65 ist bei der Feuerwehr auf Kommandoebene Schluss. Und er gibt freimütig zu: „Wenn man es versäumt, rechtzeitig zu gehen, ist es meist nicht gut. Außerdem gibt es ein Leben nach der Feuerwehr, Familie, Freunde, Hobbys, vieles ist auf der Strecke geblieben.“ Wobei er der Feuerwehr jedenfalls erhalten bleibt. Als einfaches Mitglied: „Sobald der Pager läutet, laufe ich.“

An vier Großereignisse erinnert sich Wöhrer besonders:

• Das Hochwasser und der Erdrutsch in Klingfurth im Jahr 2009. „Da war die Feuerwehr vor Ort, hat alles aufgeräumt, und dann kommt alles noch einmal runter.“
• Hochwasser und Unwetter ein Jahr später in Kirchschlag und Hollenthon. „Da haben wir alle Kräfte aus dem ganzen Bezirk zusammenziehen müssen, alle haben zusammengeholfen“, erinnert sich Wöhrer.
• Der große Waldbrand 2013: „Das war prägend, der ganze Bezirk, alle Nachbarbezirke haben den Einsatz abgewickelt. Der große Erfolg für uns war, dass es ohne großen Personenschaden bewältigt werden konnte.“
• Der Eisbruch auf der Hohen Wand 2014. „Plötzlich standen wir vor einer völlig neuen Situation, so etwas war noch gar nie da, das hat am Anfang ja niemand mitbekommen, was da passiert. Aber mit allen Feuerwehren haben wir auch das gemeistert“, ist Wöhrer stolz.



Stolz ist Wöhrer auf die Bedeutung der Feuerwehr insgesamt. „Sie ist nach wie vor, oder vielleicht sogar mehr denn je wichtig, in jeder Ortschaft wird dadurch gute Kameradschaft gelebt“, ist Wöhrer überzeugt, „gerade in Zeiten, wo viele einander nicht mehr helfen, ist das besonders wichtig.“ Deshalb seien auch die Aufwendungen der öffentlichen Hand für Infrastrukturmaßnahmen der Feuerwehren gerechtfertigt, so Wöhrer. Nachwuchssorgen hat die Feuerwehr im Bezirk auch nicht, weiß Wöhrer, „wir haben immer noch einen leichten Anstieg zu verzeichnen.“

Die Nachfolge im Bezirk ist übrigens noch nicht fixiert, „da müssen erst alle Kommandanten gewählt sein“, bittet Wöhrer noch um Geduld.
Geregelt ist Wöhrers Nachfolge in Markt Piesting, wo er auch aus dem Kommando ausscheidet: Markus Schüttner, Bauhofleiter in Markt Piesting und seit 2008 Kommandant-Stellvertreter, soll Wöhrers Erbe in Markt Piesting antreten.