Erstellt am 09. September 2015, 09:42

von Doris Hoefer

Biber zum Abschuss. Schon zwölf Dämme in diesem Jahr. Hochwassergefahr kann entstehen. Die Tiere dürfen seit September entfernt werden.

Zwölf Biberdämme wurden allein in diesem Jahr schon entfernt. Gemeinde Miesenbach  |  NOEN

Drei bis vier Biber dürften es nach Angaben von VP-Bürgermeister Wolfgang Stückler sein, die in den Bächen seit zwei bis drei Jahren ihr Unwesen treiben. Die Nager machen sich vor allem durch ihre natürliche Bauaktivitäten bemerkbar.

Kellerüberflutung konnte verhindert werden

Normalerweise kein Problem, aber vor allem im oberen Miesenbach, zwischen den Gasthäusern Börsenhof Hornung und Apfelbauer, wurden Wiesen und Grundstücke überflutet. In einem Fall konnte gerade noch eine Kellerüberflutung verhindert werden. „Bei einem Damm wird weggeräumt, weiter unten, oder weiter oben fängt der Biber wieder an zu bauen“, beschreibt Stückler die Sisyphusarbeit. Jetzt hat das Land den Abschuss der Biber erlaubt.

Karl Hiesberger vom Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Abteilung Naturschutz, erklärt die Gründe dafür: „Es gibt in ganz Niederösterreich an die 4.000 Biber, ich wüsste keine Biberreviere, die frei wären.“ Darum sei eine Umsiedlung der Tiere nicht möglich. Es würde zuerst versucht, die Tiere stufenweise, auf natürlichem Weg zu vertreiben.

Wichtig sei aber, welche Gefahren für die Bevölkerung aus der Biberplage resultieren. „Eine Frau ist im Garten eingesunken, weil ein Biber den Teil unterminiert hat“, nennt Bürgermeister Stückler ein Beispiel. Auch VP-Bürgermeister Zehetner aus Waldegg ist mit dem Thema vertraut. In den letzten Jahren seien entlang der Piesting aber Bäume geschlägert worden, seitdem gäbe es weniger Schäden.

Gefahr wenn Hochwasserschutzdamm durchlöchert wird

Karl Hiesberger fügt noch hinzu, nicht so sehr wegen der Dämme würde es zu Überschwemmungen kommen, sondern Gefahr würde entstehen, wenn ein Biber einen Hochwasserschutzdamm durchlöchert.

Wenn dann eine Hochwassersituation entstehen kann, dann gibt es eine Bewilligung vom Land, die Biber zu töten. Das ist in Miesenbach nun der Fall. Seit September dürfen die Biber in Fallen gefangen und erschossen werden.