Erstellt am 13. Mai 2016, 06:14

von Mathias Schranz

Bier Marke Eigenbrau: Hobby-Brauer unter sich. „Craft Beer“ erlebt derzeit einen Boom, auch in Wiener Neustadt wird seit längerem handgemachtes Bier produziert.

Braut im Keller: Biersommelier Wolfgang Leinweber, der in seiner »Anstalt für Getränke 42« auch handgemachte Biere verkauft - allerdings nicht sein eigenes.  |  NOEN, Schranz
Hier braut sich was zusammen: In einem Wohnzimmer am Baumkirchnerring werden Wasser, Gerstenmalz, Hopfen und Hefe zu Bier. Felix Prandstätter (25) wirft zwei- bis dreimal pro Monat seinen Sudkessel an, um zu brauen. Vor zwei Jahren hat ihn die Leidenschaft rund um den Gerstensaft gepackt, „mich hat es einfach interessiert, wie es hergestellt wird“.

Nach viel Theorie aus Büchern und Internet wurde das Projekt in die Praxis umgesetzt – funktioniert hat es bisher immer: „Etwas Untrinkbares hab‘ ich eigentlich noch nie produziert.“ Mittlerweile braut der Boku-Student nach eigenen Rezepten. Vom Pils über Pale Ale und Ingwerbier, die Zutaten werden einfach via Internet bestellt. „Es ist spannend, wie viel verschiedene Geschmacksrichtungen man aus nur vier Zutaten herstellen kann.“

Nur einen Steinwurf entfernt, in einem Keller in der Raugasse, braut Wolfgang Leinweber sein Bier. Nach Lektüre, Bier-Seminaren & Co. braute er 2003 zum ersten Mal, über 100 Mal wurde der Gerstensaft – bis zu 80 Liter pro Vorgang – bereits im Keller produziert.

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Sauberkeit sei dabei das A und O: „Manche fangen mit dem Brauen an, das erste und zweite Bier werden gut, das dritte dann nicht mehr, weil nicht sauber gearbeitet wurde. Dann geben viele das Hobby wieder auf, was schade ist.“

Mittlerweile tüftelt der Hobby-Brauer auch für „echte“ Brauereien, so soll etwa schon bald ein Apfelbier nach seinem Rezept auf den Markt kommen.

Verkaufen dürfen Felix Prandstätter und Wolfgang Leinweber ihre Biere übrigens nicht.
Als Geschenk oder für lange Fußballabende mit Freunden eignen sich die Eigenproduktionen aber bestens, wie beide versichern.