Erstellt am 10. Mai 2016, 04:54

von Kristina Veraszto

Bis zu 20 Asylwerber kommen ins Pfarrhaus. Die Höllinger & Riegler GesbR schafft eine Unterkunft für momentan 16 Asylwerber. Bürger zeigen sich verunsichert.

Bis zu 20 Asylwerber können im Erdgeschoss und im 1. Stock untergebracht werden.  |  NOEN, Veraszto

Die Unterbringung von 16 Asylwerbern afrikanischer Herkunft im Pfarrhaus stößt in der Gemeinde Eggendorf nicht bei jedem Bürger auf Verständnis. Ursprünglich war geplant, dass die Pfarre eine oder zwei Flüchtlingsfamilien einquartiert. Das bestätigte Peter Unger, Pfarrgemeinderat in Eggendorf, der gemeinsam mit anderen Mitgliedern ein „Flüchtlingsteam“ bildete, um freiwillig die Schutzsuchenden betreuen zu können.

Anfang des Jahres entschied die Erzdiözese Wien, hauptsächlich aus finanziellen Gründen, das Pfarrhaus nicht für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen, sondern an Privatpersonen zu vermieten. Mittlerweile schaffte die Höllinger & Riegler GesbR als Vertragspartner des Landes NÖ eine Unterkunft für Asylwerber im Pfarrhaus.

Quartier besteht ohne Befristung 

Grundsätzlich ist das Quartier zur Unterbringung von 20 Asylsuchenden vorgesehen. Wie lange und welche Asylwerber im Haus bleiben, hängt laut Anton Feilinger, Pressereferent des SPÖ-Landesrates Maurice Androsch, von der Dauer und des Ausganges des Asylverfahrens ab. „Das Quartier insgesamt besteht jedoch grundsätzlich ohne Befristung und wird bei Abgängen nachbesetzt“, so Feilinger.

Pfarrgemeinderat Unger hat für die Art und Weise, wie die Asylwerber in die Gemeinde gekommen sind kein Verständnis. „Es muss geholfen werden, aber ich hätte mir einen anderen Vorgang gewünscht“, so Unger.

"Müssen den Vorurteilen entgegenwirken"

Laut Feilinger werden die Schutzsuchenden von der Caritas betreut und es melden sich derzeit Freiwillige, die auch außerhalb dieser Betreuung Deutschkurse und Unternehmungen mit den Asylwerber starten möchten. Von der Höllinger & Riegler GesbR bekommen die Männer neben anderen Leistungen 5,50 Euro pro Tag für die Selbstverpflegung.

SPÖ-Bürgermeister Thomas Pollak hat eine klare Meinung zur Rolle der Gemeinde. „Ich verstehe die Angst in der Bevölkerung, aber wir müssen den Vorurteilen entgegenwirken und erste Integrationsversuche starten“, so der Ortschef. Pollak möchte auch im Rahmen der gesetzlichen Richtlinien eine Arbeit für die Asylwerber finden. Auch Vereine könnten bei der Integration helfen.