Erstellt am 11. April 2016, 17:40

von APA/Red

Blackwater-Gründer soll mit Austro-Firma kooperiert haben. Der Gründer und frühere Chef der berüchtigten Söldnerfirma Blackwater, Erik Prince, soll mit Hilfe der österreichischen Firma Airborne "private Luftstreitkräfte" aufgebaut haben.

 |  NOEN, APA (Archiv/epa)

Das berichtete die Tageszeitung "Standard" am Montag unter Berufung auf die Aufdeckerplattform "The Intercept". Airborne hielt fest, nie gegen österreichische oder andere Gesetze verstoßen zu haben.

Laut dem US-Portal "The Intercept" arbeitete Prince mit dem in Wiener Neustadt ansässigen Unternehmen 2014 zusammen, um zwei Thrush-510-Agrarflugzeuge zu "voll ausgerüsteten Kampfflugzeugen umzubauen", schreibt der "Standard". Eigentlich sind die Flugzeuge zur Schädlingsbekämpfung gedacht, nach dem Umbau sollen sie aber in der Lage gewesen sein, Ziele auszuspionieren, diese mit Gewehrfeuer zu attackieren oder zu bombardieren.

In Wiener Neustadt hat Prince laut "Intercept" zwei Prototypen gebaut. Diese wollte er in den Südsudan verkaufen, wo es seit Jahren - trotz eines Friedensvertrages - zu blutigen Kämpfen zwischen zwei Volksgruppen kommt. Um die für Waffen strikten Exportbeschränkungen zu umgehen, soll Airborne auf Umwegen eine Firma in Bulgarien gegründet haben.

Nach einem Testflug mit einer Thrush im Oktober 2014 in Österreich sollen sowohl österreichische Airborne-Mitarbeiter als auch Mitarbeiter von Prince in den USA aber skeptisch geworden sein. Sie befürchteten Gesetzesverstöße, weshalb es schlussendlich nach internen Streitereien zu der "Einstellung des Thrush-Experimentes" kam, so der "Standard".

Airborne beteuerte in einer Stellungnahme für "Intercept", "allen relevanten und anwendbaren Exportbeschränkungen und Regulierungen Folge geleistet" zu haben. Gegenüber dem "Standard" erklärte die Firma, sich an alle Gesetze gehalten zu haben. Zudem enthalte der Artikel der Aufdeckerplattform eine Vielzahl an Unwahrheiten und falschen Informationen. Der grüne Sicherheitssprecher Peter Pilz, der die Unterlagen von "The Intercept" erhalten hatte, kündigte eine Untersuchung in Österreich an.

Blackwater war militärischer Dienstleister, der unter anderem US-Truppen im Irak stützte. Vor rund einem Jahr wurden vier ehemalige Mitarbeiter der US-Sicherheitsfirma zu Haftstrafen im Zusammenhang mit einem Blutbad in Bagdad mit bis zu 17 Toten im Jahr 2007 verurteilt.

Sie haben damals willkürlich in die Menge gefeuert. Die offenbar unprovozierte Tötung der unbewaffneten Zivilisten im Zentrum von Bagdad hatte damals für breite Empörung gesorgt und Blackwater seine Aufträge im Irak gekostet. Das private Sicherheitsunternehmen war vor allem mit dem Schutz von US-Botschaftsmitarbeitern beauftragt.