Erstellt am 06. Oktober 2015, 08:38

von Josef Kleinrath

Bundesministerin als letzte Hoffnung. Stadt wird Schulen nicht weiterführen – Termin bei Ministerin.

 |  NOEN, Franz Baldauf

Der 19. Oktober wird zum Schlüsseltag für die Zukunft der drei städtischen Schulen HLW, HLM und BAKIP. Die neue bunte Stadtregierung kann und will sich die Schule für wirtschaftliche Berufe, die Modeschule und jene für Kindergartenpädagogik nicht mehr leisten. „Die Stadt hat jahrzehntelang diese Schulen für den Bund geführt“, erklärt ÖVP-Bürgermeister Klaus Schneeberger, „sie passen perfekt in die Bildungslandschaft und ich gehe davon aus, dass der Bund seiner Verantwortung nachkommt und die Schulen übernimmt.“

Das diesbezügliche Gespräch wird am 19. Oktober mit SPÖ-Bundesministerin Gabriele Heinsch-Hosek stattfinden. Sie hat Schneeberger diesbezüglich bereits telefonisch kontaktiert. Nicht zuletzt deshalb geht Schneeberger von einer positiven Lösung aus.

Auf eine positive Lösung hoffen auch die betroffenen Schulen. Auch wenn der Besuch von Stadtchef Schneeberger in den städtischen Schulen keine Begeisterungsstürme auslösen konnte. Denn Schneeberger habe zwar die Aufhebung eines Werbestopps für die Schulen mitgebracht, aber auch keine Zweifel daran gelassen, dass die Stadt die Schulen schließe, wenn der Bund diese nicht übernehme.

Das bekräftigte Schneeberger gegenüber der NÖN: „Diese Drohung kommt ja nicht aus einer Freude heraus, sondern der Not gehorchend.“ Seitens der Schulen will man prinzipiell noch die Gespräche mit der Ministerin abwarten, von HLM und BAKIP gibt es einen von den Lehrern unterschriebenen Forderungskatalog, der auch dem Stadtchef vorliegt. Diesen werde er in die Verhandlungen mitnehmen.

HLW-Direktor Harry Komuczky unterstützt jedenfalls die Pläne, die Schulen zu verbundlichen. Über die Aufhebung des Werbeverbotes ist er froh, auch wenn keine verbindlichen Aufnahmen ausgesprochen werden dürfen. Komuczky weiß auch, was es bedeuten würde, sollte die Schule im kommenden Jahr keine ersten Klassen – derzeit sind es fünf pro Jahrgang – aufnehmen: „120 Schüler haben keinen Platz und ich könnte zehn Lehrkräfte nicht weiter beschäftigen.“

Schüler fordern die Übernahme durch Bund

Schützenhilfe bekommt Schneeberger von der Landesschülervertretung. Sebastian Cachée, BMHS Landesschulsprecher, fordert die Bildungsministerin auf, die Schulen zu übernehmen: Ich sehe hier das Bildungsministerium in der Pflicht, alles Erdenkliche zu tun, um die Existenz der Schulen zu sichern. Und BAKIP-Schulsprecherin Sabine Hartberger ergänzt: „Eine Schließung der Schulen hätte katastrophale Folgen für die Bildungsstadt Wiener Neustadt.“