Erstellt am 08. März 2016, 05:39

von Mathias Schranz

Drogen im Stadtpark: Dealer weiter aktiv. Weiterhin rege Dealer-Tätigkeit im Wiener Neustädter Stadtpark, Grünen wollen einen „runden Tisch“, um nach Lösungen für Problematik zu suchen.

Der Stadtpark in Wiener Neustadt.  |  NOEN, Franz Baldauf
Die nicht selten ganz offenen Drogendeals im Stadtpark sind nach wie vor ein Thema. Statt dem Tiergehege soll ja ein großer Spielplatz errichtet werden, was die Situation besorgter Eltern dort noch verschärfen dürfte.

x  |  NOEN, Franz Baldauf
Jetzt will Grünen-Nationalrätin Tanja Windbüchler-Souschill (Foto links) einen runden Tisch einberufen, um Lösungen für das Problem zu finden.

Sie bekomme viele Rückmeldungen von besorgten Eltern, die mit Kindern den Park besuchen. Sie würden ganz genau von den Verstecken der Drogendealer und ihren Geschäften berichten, uniformierte Polizei sei vor Ort nicht gesehen worden.

Um nachhaltige Entscheidungen treffen zu können, brauche es ihrer Meinung nach einen Wissenstransfer: Experten aus dem Bereich „Soziale Arbeit“ und der Exekutive könnten hier viel beitragen.

„Hier ist ein Schulterschluss aller gefragt“, bekräftigt Windbüchler-Souschill. Wichtig sei, dass es hier nicht um einen Verdrängungseffekt geht, sondern um eine generelle Eindämmung.

Bei FPÖ-Sicherheitsstadtrat Markus Dock-Schnedlitz und ÖVP-Klubchef Philipp Gruber stößt die Forderung nach einem „runden Tisch“ zwar nicht auf Begeisterung, aber auch nicht auf Ablehnung. Beide bestätigen gegenüber der NÖN, dass das Thema „Drogen im Stadtpark“ bei der Klausur der Stadtregierung ein Thema gewesen sei, und sehen vor allem die Polizei gefordert.

„Durchgreifen statt Diskussionen“

Gruber: „Jetzt ist permanenter Polizeikontakt wichtiger, als langfristige Lösungen im Sozialbereich.“ Schnedlitz verweist darauf, dass es für solche Debatten bereits den Sicherheitsbeirat gäbe. Die Probleme würden eher mit Durchgreifen gelöst werden statt mit Diskussionen.

SPÖ-Sozialstadträtin Margarete Sitz würde sich bei einem runden Tisch gerne einbringen. Dass es im Stadtpark ein Drogenproblem gibt, ist auch ihr klar. Sie selbst habe vor zwei Jahren mit der damaligen Integrations-Referatsleiterin als Touristin getarnt den Dealern auf die Finger geschaut und sich selbst Eindrücke gemacht. „Als Neustädter aber auch als Politiker kann man damit keine Freude haben.“



Allerdings sieht sie ebenfalls die Polizei gefordert, „lösen kann es die Politik nicht“. Was Tanja Windbüchler-Souschill anders sieht, denn genau hier sei die Politik gefragt: „Wenn die Politik nicht weiß, was dort passiert, können auch keine Entscheidungen getroffen werden. Die Erhebung eines Status Quo ist wichtig.“

Seitens der Polizei heißt es auf Anfrage der NÖN, dass der Stadtpark nach wie vor ein Schwerpunkt sei und überwacht werde. Genauso wie übrigens etwa der Bahnhofsbereich samt Utoya-Park oder der Esperanto-Park. Dazu würden auch laufend Hinweise aus der Bevölkerung kommen, denen man auch nachgehen würde.