Erstellt am 30. März 2016, 11:54

von Josef Kleinrath und Carina Pürer

Ein Blick in die Kasematten. Museumsdirektorin Eveline Klein führte durch künftigen Hotspot der Landesausstellung.

Ein Foto der Kasematten in Wiener Neustadt von 2014. Foto: Franz Baldauf  |  NOEN, Franz Baldauf
Über den Eingang in der Bahngasse erreichbar, erstreckt sich auf 2.700 Quadratmetern jenes Wiener Neustädter Juwel, das Dreh- und Angelpunkt der Landesausstellung 2019 werden soll: die Kasematten.

Als 1529 ein Trüppchen Türken an Wiener Neustadt vorbeizog, war klar, dass es notwendig war, die Stadt noch stärker zu befestigen. 1531/32 wurde deshalb von Baumeister Johann Tscherte der erste Teil der Kasematten errichtet und in den 50er-Jahren weiter ausgebaut.

Wettbewerb für Errichtung des Besucherzentrums

In der einzigen in Europa vollständig erhaltenen Verteidigungsanlage dieser Art wurden in weiterer Folge Waffen und Munition gelagert, sie diente in Zeiten der Bedrohung auch als Mannschaftskasematten, im 19. und 20. Jahrhundert als Lager für Hopfen und Malz. Während des Krieges wurden die Kasematten als Luftschutzkeller genutzt, nach dem Zweiten Weltkrieg als Veranstaltungslokal.

Jetzt soll dem denkmalgeschützten Mauerwerk eine ganz besondere Aufgabe zuteil werden: Die Kasematten sollen der kulturelle Hotspot für die Landesausstellung 2019 in Wiener Neustadt werden, reaktiviert und saniert. Vor allem für den Außenbereich, das Areal der Stadtgärtnerei, gibt es bereits Pläne, die Manfred Korzil, Baudirektor und Geschäftsführer der neuen Landesausstellungsgesellschaft, präsentierte.

Denn er konnte schon relativ genau zeigen, wo sich das Besucherzentrum der Landesausstellung befinden werde – nämlich im Prinzip hinter dem Bärengehege am Areal der Stadtgärtnerei. Dass die Stadtgärtnerei abgesiedelt wird, wurde zuletzt am Montag im zuständigen Ausschuss für den nächsten Gemeinderat vorbereitet.

Im Rahmen eines Wettbewerbs wird die Errichtung des Besucherzentrums – eventuell mit Anbindung an den Stadtpark – umgesetzt. Gezeigt wurde übrigens auch jener Standort, der derzeit wieder als Favorit für ein Hotelprojekt gilt: Dabei handelt es sich um eine Fläche in der Stadtgärtnerei direkt im Anschluss an den Leiner-Parkplatz.

„Die Kasematten bieten in Hinblick auf die Landesausstellung 2019 unglaubliche Möglichkeiten für die Stadt, sie werden das Herz der Landesausstellung sein“, sagt ÖVP-Bürgermeister Klaus Schneeberger im Rahmen einer Führung am vergangenen Mittwoch, „denn hier haben wir Möglichkeiten, von denen wir anfangs nicht zu träumen gewagt haben.“


Zum Thema:

Kasematte: von Mittelgriechisch chásma[ta], „Erdschlund, Erdkluft“; über Italienisch/Französisch ins Deutsche gelangt; ein vor Artilleriebeschuss geschütztes, unterirdisches Gewölbe im Festungsbau. Quelle: Wikipedia