Erstellt am 25. September 2015, 10:26

von Mathias Schranz

Einkauf mit Folgen: Klage nach Sturz?. Johann Thier rutschte in einer Lidl-Filiale auf einer Flüssigkeit aus. Supermarktkette sieht kein Versäumnis.

Lidl-Kunde Johann Thier ärgert sich über das Verhalten der Firmenzentrale und will notfalls den Gerichtsweg einschlagen. Foto: Schranz  |  NOEN, Mathias Schranz
In der Lidl-Filiale in der Stadionstraße ist es passiert: Johann Thier rutschte beim Einkaufen auf einer Flüssigkeit aus, landete unsanft auf dem Boden. Schmerzen in den Beinen waren die Folge, vor allem im linken, das nach einem Autounfall von 13 Schrauben zusammengehalten wird.

Was ihn zusätzlich verärgert hat: „Allein den Unfallbericht ausfüllen dauerte eine gefühlte Ewigkeit, zuerst hat die Filialleiterin sogar gemeint, ich solle morgen wiederkommen.“

Drei Wochen Schmerzen und Entzündungen

Laut Johann Thier folgten dann drei Wochen Schmerzen und Entzündungen. Der Kontakt mit der Lidl-Zentrale verlief bisher unerfreulich für ihn. Man bedauere den Vorfall, entschuldigte sich auch für die lange Wartezeit beim Ausfüllen des Unfallberichts, bot dafür einen Warengutschein im Wert von 50 Euro als Entschädigung an.

Für den Ausrutscher selbst gibt es keine Entschädigung. Seitens Lidl heißt es auf Anfrage der NÖN: „Wir bedauern den Vorfall und verstehen den Ärger. Wir arbeiten ständig daran, unseren Kunden einen angenehmen und unkomplizierten Einkauf zu ermöglichen. Dabei steht natürlich auch die Sicherheit an oberster Stelle. Wie unsere Rechtsabteilung festgestellt hat, gab es in dieser Sache aus unserer Sicht kein Versäumnis seitens Lidl Österreich. Wir haben im Rahmen der Zumutbarkeit alles getan, um so einen Zwischenfall zu vermeiden.“

Johann Thier bekam ausgerichtet: Es entspreche der allgemeinen Lebenserfahrung, dass in Geschäften etwas auf den Boden falle oder undicht werde. Darum müsse auch darauf vertraut werden können, dass Kunden aufmerksam sind und vor die Füße schauen.

Für ihn sind die Aussagen „eine Frechheit“, denn er habe im Supermarkt „logischerweise“ auf die Waren geblickt und nicht auf den Boden. „Ich will ja nur, was mir zusteht.“ 2.000 Euro Schmerzensgeld peilt er an. „Selbstverständlich steht es Herren Thier frei, den Rechtsweg zu beschreiten“, heißt es von Lidl dazu.