Erstellt am 24. Mai 2016, 04:54

von Carina Pürer

Eintritt ab 16: Ärger über die Therme Linsberg. Dass sich künftig auch der Zugang zu den Restaurants der Therme an über 16-Jährige richten soll, regt nun doch auf.

Geschäftsführer Walter Kois: »Hatten ohnehin kaum Kinder im Haubenlokal.«  |  NOEN, Franz Baldauf

Ab Herbst ist das Hotel & Spa Linsberg Asia nur noch für ab 16-Jährige zugänglich. Als die Geschäftsführung das bekannt gab, fragte die NÖN bei Gemeinde- und Tourismusvertretern nach – Kritik gab es damals keine, Nachteile in der Neuausrichtung sah niemand.

Zwei Wochen später kommt nun doch Kritik – denn wie jetzt bekannt wurde, soll sich diese Neuausrichtung auch auf die Restaurants beziehen. Und das schmeckt etwa ÖVP-Bürgermeister Hans Rädler gar nicht. „Das ist ein Schlag gegen den Tourismus“, will er auch seinen Rechtsanwalt befragen, „es muss geklärt werden, ob das nach dem Gleichbehandlungsgrundsatz überhaupt durchführbar ist.“

Kois bleibt in Sachen Rechtsanwalt gelassen

Wirtschaftsbund-Obfrau Hermine Besta erfuhr an der Thermen-Kassa davon, dass Kinder künftig auch im Restaurant nicht mehr willkommen sind: „Dass man nicht einmal mehr mit den Kindern frühstücken gehen kann, ist unverständlich.

Und auch aus touristischer Sicht: Da bemüht man sich und dann kommt so etwas...“
Kein Verständnis hat auch der für Tourismus zuständige Geschäftsführende ÖVP-Gemeinderat Bernhard Treibenreif – aber nicht aus wirtschaftlicher Sicht. „Wirtschaftlich kann jeder tun, wie er glaubt – aber ich halte diese Entscheidung für einen falschen gesellschaftlichen Ansatz“, sagt der Vater von zwei Kindern, „Kinder aus dem gesellschaftlichen Leben auszuschließen, ist höchst bedenklich.“

Eine offizielle Profilschärfung

Thermen-Geschäftsführer Walter Kois bestätigt auf NÖN-Nachfrage, dass sich die Neuausrichtung auch auf die Restaurants bezieht: „Das ist aber nicht wirklich etwas Neues, in einem Haubenlokal sind Kinder ohnehin eine Seltenheit. Wir hatten bereits in der Vergangenheit auch in den Restaurants 99 Prozent erwachsene Gäste und führen jetzt eben offiziell eine Profilschärfung durch.“

Er betont aber: „Wir sind sicherlich keine Kindergegner – aber es gibt in unserem Haus einfach keine Angebote für Kinder, sodass wir uns jetzt komplett auf die Zielgruppe konzentrieren.“

Dass sich Rädler mit seinem Rechtsanwalt in Verbindung setzen möchte, kümmert Kois übrigens wenig: „Der Herr Bürgermeister hat jedes Recht, das zu tun – damit habe ich kein Problem.“