Erstellt am 30. Mai 2016, 08:43

Erfolgreicher Sommerkurs der Bergrettung auf der Hohen Wand. 104 Männer und Frauen des Österreichischen Bergrettungsdienstes trainierten auch heuer wieder auf der Hohen Wand für den Ernstfall.

 |  NOEN, Bergrettung Mitterbach
Wie jedes Jahr fand der Sommerkurs der Bergrettung Niederösterreich/Wien am langen Wochenende um Fronleichnam statt. Am Sonntag wurden 16 Bergretter mit der Basisausbildung fertig und somit in den aktiven Dienst aufgenommen.

Die 16 Neuen stoßen damit zu den etwa 1.300 Bergrettern und Bergretterinnen, die bereits in 30 niederösterreichischen Ortsstellen ihren freiwilligen und ehrenamtlichen Dienst versehen. Die Basisausbildung besteht aus einem Sommer- und einem Winterkurs plus einem darauf aufbauenden Fortbildungskurs. Zwei Bergretter sind mit der kompletten Ausbildung fertig. Diese umschließt die Basisausbildung, einen zweiten Fortbildungskurs und zwei Gruppenleiter-Kurse.

Voraussetzung: Sicheres Klettern und Schifahren

Um ehrenamtlicher Bergretter in Niederösterreich zu werden muss ein Anwärter die erforderlichen alpinistischen Fähigkeiten mitbringen. Dazu zählen das sichere Klettern im dritten Schwierigkeitsgrad im Vorstieg und das sichere Schifahren abseits der Piste bei jeder Schneesituation. Je nach Anforderungen des Dienstgebietes kann in den Ortsstellen auch mehr verlangt werden. Weiters muss man das 16. Lebensjahr vollendet haben und Bereitschaft zu freiwilligem Engagement, Aus- und Weiterbildung mit sich bringen. Eine weitere Bedingung ist ein absolvierter 16-stündiger Erste-Hilfe-Kurs innerhalb der letzten zwei Jahre.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, muss innerhalb des Probejahres ein bergrettungs-spezifischer Erste-Hilfe-Kurs im Ausmaß von 20 Stunden absolviert werden. Willigt der Anwärter nach dem Probejahr ein und ist auch die Ortsstelle bereit, ihn aufzunehmen, muss er innerhalb von fünf Jahren je einen Sommer- und Winter-Basiskurs sowie einen Fortbildungskurs absolvieren. Letzterer richtet sich danach, ob seine Ortsstelle den Schwerpunkt auf Sommer- oder Winterdienst hat.

Der Bergrettungsdienst finanziert sich zu einem Teil über Geld von Land und Bund und zum anderen Teil über Sponsorleistungen, Spenden und Fördermitgliedschaften. Eine Fördermitgliedschaft kostet 24 Euro im Jahr und beinhaltet eine weltweit gültige Bergungskostenversicherung im Falle eines Alpinunfalles bis zu einem Höchstbetrag von 15.000 Euro. Fast alle Mitglieder des ÖBRD arbeiten ehrenamtlich, in Niederösterreich ist lediglich eine Halbzeitkraft angestellt um den Verwaltungsaufwand zu bewältigen.