Erstellt am 07. Juni 2016, 04:30

von Mathias Schranz und Kristina Veraszto

Facebook-Posting sorgt für Aufregung. Bursche gab auf Facebook an, Mädchen „gerettet“ zu haben. Laut Polizei fühlte sich Mädchen von Asylwerber-Umarmung bedrängt.

 |  NOEN, APA (Hochmuth)
Es ist ein öffentlicher Beitrag eines Burschen aus Zillingdorf auf Facebook, der über 1.200 Mal geteilt wurde und für Aufregung sorgt. Er schilderte in seinem Post, dass er am Samstag einen schwarzafrikanischen Asylwerber gesehen habe, wie er ein Mädchen belästigt hätte und es anschließend auf einen Weg in die Au zerren wollte.

Für ihn habe es den Anschein gehabt, da laufe etwas falsch, deswegen sei er eingeschritten und habe sie gerettet. Der Asylwerber war bisher im Pfarrhaus in Eggendorf einquartiert.

Keine sexuellen Übergriffe

Nicht so dramatisch stellt sich die Sachlage nach den Befragungen der Beteiligten für die Polizei dar. Bestätigt wird, dass der Asylwerber das Mädchen umarmt habe und sie sich dadurch bedrängt gefühlt haben dürfte. Zu Handgreiflichkeiten oder sexuellen Übergriffen sei es laut Polizei nicht gekommen.

Über die Darstellung der Geschehnisse auf Facebook zeigt sich die Polizei verärgert, damit würden negative Emotionen geschürt werden. Seitens der Polizei wird jetzt ein Bericht an die Staatsanwaltschaft geschickt, dort wird entschieden ob – und das ist aufgrund der Sachlage eher unwahrscheinlich – Anklage erhoben wird.

Bisherige Integrationsarbeit zunichte gemacht

Eggendorfs SPÖ-Bürgermeister Thomas Pollak steht sowohl mit dem Betreiber des Quartiers als auch mit dem Land NÖ in Kontakt. Sie bedauern, dass durch diesen „Vorfall“ die bisherige Integrationsarbeit zunichte gemacht worden ist.

Trotzdem: Als Zeichen an die Bevölkerung und die anderen Asylwerber wird der Bursche in Absprache mit dem Land in ein anderes Quartier verlegt.