Erstellt am 28. Oktober 2015, 05:07

von Kristina Veraszto

Linz-Textil: Verkauf. Gemeinderat gab Kahrer grünes Licht für den Verkauf des ehemaligen Linz-Textil-Areals an die Genossenschaft Frieden.

»Geht nicht, gibt's nicht«, so der Leitspruch von Walter Kahrer, der nach bald 41 Jahren Dienstzeit das Arbeitsmarktservice - vormals Arbeitsamt - verlässt und im Zuge der Altersteilzeit in die Freizeitphase geht. EDERER  |  NOEN

In der Gemeinderatssitzung vergangenen Dienstag holte sich SPÖ-Bürgermeister Walter Kahrer per Dringlichkeitsantrag das Pouvoir mit der Bau- und Siedlungsgenossenschaft Frieden in Verkaufsverhandlungen zu gehen. Konkret sollen die restlichen 17.000m2 des ehemaligen Linz-Textil-Areals um zwei Millionen Euro an die Genossenschaft verkauft werden.

83 neue Wohneinheiten, darunter Reihen- und Doppelhäuser sowie Wohnungen sollen gebaut werden. Ihren Unmut über den Dringlichkeitsantrag äußerte die ÖVP. „Ein zwei Millionen Euro Projekt in einem Dringlichkeitsantrag durchwinken zu wollen, das entbehrt jeglicher Grundlage“, so ÖVP-Gemeinderat Alexander Smuk. Die Abstimmung fiel wie folgt aus: Die ÖVP stimmte nach einer Unterbrechung der Sitzung nicht ab, FPÖ-Mandatar Erwin Plam enthielt sich seiner Stimme und UBF-Gemeinderätin Veronika Böhm und die SPÖ schenkten Kahrer das Vertrauen.

Verlusthöhe noch nicht absehbar

Der Ortschef, der als Geschäftsführer der Liegenschaftsverwertung Felixdorf GmbH, die Zustimmung des Gemeinderats eigentlich nicht braucht, verbucht den verhandelten Preis als Erfolg. Die Gemeinde hätte mit einem Quadratmeter-Preis von 35 Euro gerechnet. Jetzt erhält die Gemeinde 120 Euro. Im Jahr 2012 nahm die Gemeinde Felixdorf einen Kredit von rund 2,5 Millionen Euro auf und investierte diese zusammen mit 900.000 Euro aus Rücklagen in die Liegenschaftsverwertung, sodass diese laut Kahrer schuldenfrei ist.

Die Gemeinde bezahlt bis heute den damals aufgenommen Kredit ab. Von den zwei Millionen Euro werden 630.00 Euro an die Gemeinde bezahlt, um das Darlehen aus Rücklagen abzudecken. Für welche Zwecke die restlichen 1,4 Millionen Euro verwendet werden, ist noch offen. Wie hoch der Verlust sein wird, kann noch nicht festgelegt werden. „Der Verlust lässt sich erst feststellen, wenn alle finanziellen Transaktionen abgeschlossen sind“, so Kahrer.