Erstellt am 16. Februar 2016, 04:19

von Josef Kleinrath

Fix: Neuer Markt in Wiener Neustadt erst 2017. Fehlende Planungsgrundlagen und nötige umfangreiche neue Einbauten am Hauptplatz führen zu einer Verzögerung des für heuer versprochenen "Naschmarktes".

Der erste Plan, den ÖVP-Bürgermeister Klaus Schneeberger im Herbst präsentiert hat, schaut schön aus. Eine Umsetzung in dieser Form ist jetzt allerdings offen. Fix ist nur: Heuer kommt der Markt nicht, erst im Frühjahr 2017 kann eröffnet werden, heuer wird weiter geplant.  |  NOEN, Foto: Architekt Markom

Nun ist es also fix: Heuer wird es die Realisierung des neuen Marktes am Wiener Neustädter Hauptplatz nicht geben. Das hat ÖVP-Bürgermeister Klaus Schneeberger nun gegenüber der NÖN bestätigt. Zwei Gründe führt die bunte Stadtregierung dafür ins Treffen: „Einerseits werden die zahlreichen Interessenten zurzeit intensiv geprüft, ob sie auch tatsächlich den erforderlichen Qualitätskriterien entsprechen, andererseits überwiegen die Vorteile, den Marktbetrieb bei schönem Wetter aufzunehmen.“

Darüber hinaus wurde seitens der Stadt betont, dass erste Arbeiten für den neuen Markt noch heuer erledigt werden – und zwar die notwendigen Einbauten, die dafür am Hauptplatz nötig seien.

Auskunft erst, wenn alles fixiert ist

Die Notwendigkeit von neuen Einbauten – Strom, Wasser, Kanal – an den entsprechenden Stellen hat sich offenbar als größere Schwierigkeit zur Realisierung in der versprochenen Zeit herausgestellt.

Auf konkrete Nachfragen – etwa nach den Planungsgrundlagen für diese Einbauten, nach den Qualitätskriterien für Mieter, nach den Bewerbern sowie nach den Kosten – heißt es seitens der Stadt: „Wir sind beim Projekt ‚Naschmarkt‘ hinsichtlich Produktmix, der ja die Basis für sämtliche dieser Fragen ist, in der Planungsphase und bitten um Verständnis, erst dann darüber Auskunft zu geben, wenn alles fixiert ist. Wir verstehen das große öffentliche Interesse. Bei einem für die Innenstadt so essentiellen Projekt geht es aber darum, zuerst fundiert abzuwägen, dann zu entscheiden und dann die nächsten Schritte zu setzen.“

SPÖ kritisiert: „Niemand ist da eingebunden!“

Für die SPÖ zeigte sich Vizebürgermeister Horst Karas – er war früher Marktstadtrat – erleichtert, dass das Projekt jetzt einmal verschoben wurde. Er sieht den zuständigen Marktstadtrat Markus Dock-Schnedlitz „in Geiselhaft“, der das Projekt und die Verhältnisse am Hauptplatz nicht kenne.

Was die Kosten betrifft, ist für ihn auch einiges unklar: Er habe gehört, dass der Investor bereit sei, rund 400.000 Euro zu investieren, die Einbauten würden allerdings etwa 1,5 Millionen Euro kosten. „Wer zahlt das?“ Und er kritisiert: „Eingebunden ist niemand.“

Er wolle jedenfalls, dass im Falle einer Realisierung eines neuen Markts am Hauptplatz „etwas Gutes“ entstehe, deshalb werde er der Einladung zur nächsten Markt-Sitzung gerne Folge leisten.

Grüne geben sich skeptisch

Seitens der Grünen werden die Pläne, mit einem Investor einen neuen Markt, einen „Naschmarkt“, am Wiener Neustädter Hauptplatz zu etablieren, skeptisch gesehen. Und sehr differenziert. „Ich bin für das Projekt“, betont Grünen-Chefin Kontrollobfrau Tanja Windbüchler-Souschill, „aber mit einem Investor nimmt sich die Stadt die Möglichkeit, über den Markt auch selbst Einnahmen zu lukrieren.“

Außerdem pocht sie auf eines: „Der Hauptplatz gehört allen Wiener Neustädtern.“ Deshalb stehe sie einer Vergabe der Nutzungsrechte am Hauptplatz, wie in diesem Fall für kolportierte 30 Jahre, an einen Investor – in welcher rechtlichen Form auch immer – sehr skeptisch gegenüber. Ihr Vorschlag: „Die Tochtergesellschaft wnsks soll das Projekt umsetzen.“ Und fügt noch hinzu: „Aber auf jeden Fall mit Solarpanelen.“