Erstellt am 20. Oktober 2015, 04:32

von Doris Hoefer

Flüchtlingsquartier steht seit Wochen leer. Caritas zahlt bereits Miete, Flüchtlinge aber noch nicht da. Land NÖ wartet noch auf Fertigstellungsmeldung.

 |  NOEN, Erwin Wodicka

Schon Mitte September hatte die Gemeinde die Ankunft von Flüchtlingen in fünf leer stehenden Dienstwohnungen des Landespflegeheimes erwartet.

Freiwillige Helfer hatten die Wohnungen vorbereitet und eingerichtet. Sogar Handtücher und Toilettenpapier stünden bereits zur Verfügung. Angekommen ist bis jetzt, mehr als ein Monat später, noch niemand.

Ortschef: „Habe da keinen Einfluss“

„Da ist menschliches Leid in Nickelsdorf und da stehen Wohnungen leer, das finde ich nicht in Ordnung“, sagt dazu GFG-Bürgermeister Michael Kreuzer frustriert.

Auf Nachfrage, wo denn der Fehler liege, hat auch Kreuzer keine Antwort: „Ich habe da keinen Einfluss. Die Kommunikation zwischen Landesregierung und Caritas dürfte nicht gut funktionieren.“

Caritas-Pressesprecher Martin Gantner erklärt, die Verträge seien noch nicht alle unterschrieben. Außerdem suche die Caritas noch Mitarbeiter. „Wir müssen noch Sozialbetreuer und psychologisches Personal rekrutieren“, so Gantner. Die Zuweisung von Personen erfolge dann über die Grundversorgungsabteilung des Landes NÖ.

Gantner: Begehung der Wohnung nötig

Sabine Dohr, Büroleiterin des zuständigen Landesrates Maurice Androsch, erklärt, ebenfalls, dass Verträge noch nicht abgeschlossen seien. Ein weiterer Punkt sei aber die Meldung über die Fertigstellung der Wohnungen. „Wenn die Betreiber des Quartiers die Vorbereitung fertigstellen und wir die Meldung von der Caritas erhalten, dann kann das Quartier belegt werden.“

Diese Meldung sei aber seitens der Caritas noch nicht geschickt worden. Das dürfte daran liegen, dass die Begehung zur Endabnahme der Wohnungen, laut Wolfgang Friessenbichler, Direktor des Landespflegeheimes, noch nicht stattgefunden habe. Die Wohnungsmiete würde aber bereits seit Anfang Oktober von der Caritas bezahlt.

Martin Gantner bestätigt, dass eine Begehung der Wohnung nötig sei und, dass die neue dezentrale mobile Versorgung durch Sozialarbeiter und psychologisches Personal neue Herausforderungen mit sich bringen würde. Er versichert aber, dass mit Anfang November Flüchtlinge untergebracht werden können.