Erstellt am 22. Dezember 2015, 05:33

von Mathias Schranz

Freispruch nach U-Haft. Nachbarschaftsstreit in Bad Fischau Brunn war im Fokus bei Verhandlung. Angeklagter wurde unter anderem aus Beweismangel freigesprochen.

Vor der Verhandlung: Anwalt Christoph Ledinek, Vera und Robert Torner mit Anwalt Armin Krall.  |  NOEN, Foto: Baldauf

Der Fall hatte im Herbst für Aufsehen gesorgt: Der Fischauer Robert Torner war am 23. September am nächtlichen Nachhauseweg von vier Unbekannten attackiert und schwer verletzt worden. Die Täter ritzten ihm unter anderem ein Hakenkreuz auf die Stirn, sie wurden allerdings aufgrund ihrer Maskierung nicht erkannt.

Dem Vorfall soll ein schwelender Nachbarschaftskonflikt vorausgegangen sein, unter Verdacht: Der ehemalige Lebensgefährte der Nachbars-Tochter – er sitzt seitdem in U-Haft, er soll bei dem Vorfall dabei gewesen sein oder ihn angestiftet haben. Er wurde nicht nur wegen des Hakenkreuz-Vorfalls angeklagt, er soll auch für Schmierereien auf dem Haus und Auto des Ehepaars Torner verantwortlich sein, wurde dazu wegen gefährlicher Drohung angeklagt. „Nicht schuldig“, plädierte er beim Prozess-Beginn.

Tägliche Bedrohungen und Beschimpfungen

In den folgenden Stunden wurde vor allem das Nachbarschaftsverhältnis unter die Lupe genommen, das sich in den letzten Jahren massiv verschlechtert hatte. Bedrohungen und Beschimpfungen sollen laut Robert und Vera Torner von dem Angeklagten, der Tochter des Nachbarn und auch vom Nachbarn selbst gekommen sein – und das beinahe täglich. Deswegen läge der Verdacht auch nahe, dass der Angeklagte hinter den Schmierereien und dem Überfall stecke – handfeste Beweise konnten für beide Fälle jedoch nicht vorgelegt werden. Das Opfer will jedoch gehört haben, wie einer der Angreifer „Schöne Grüße von…“ gesagt hatte und dabei den Namen des Angeklagten und des Nachbarn nannte.

Sowohl der Angeklagte, dessen ehemalige Lebensgefährtin sowie deren Vater behaupteten wiederum ihrerseits, vom Ehepaar Torner beschimpft worden zu sein. Zudem hatten sie diverse verbale Vorfälle, die mit Anzeigen endeten, anders in Erinnerung.

Für Richterin Gertraud Eppich schwierig den Durchblick zu behalten und herauszufiltern, welche Aussagen strafrechtliche Relevanz hatten. Nachdem der Prozess am Vormittag begonnen hatte, konnte erst am Nachmittag ein Urteil gefällt werden: Freispruch in allen drei Anklagepunkten, das Urteil ist nicht rechtskräftig.