Erstellt am 02. Juni 2016, 06:54

von Mathias Schranz

Friedhof: Großer Ärger über Diebstähle. Immer wieder kommt es am Friedhof zu Diebstählen an den Gräbern - Täter werden so gut wie nie geschnappt.

Der Wiener Neustädter Friedhof: Blumen sind ein begehrtes Diebesgut.  |  NOEN, Franz Baldauf

Stiefmütterchen da, ein Engerl dort und auch einen ganzen Rosenstock hat es schon erwischt. Nicht immer geht es am Friedhof mit rechten Dingen zu. Auf Facebook machen Opfer immer wieder ihrem Ärger Luft – eine emotionale Sache. Zwar geht der „irdische Wert“ der gestohlenen Gegenstände nicht in die Millionen, die Wut über die Tat ist dafür umso größer.

Auch bei einem Lokalaugenschein der NÖN machen zwei Damen, die gerade ein Grab vom Unkraut befreiten, ihrem Ärger Luft. „Vom Grab meines Vaters wurden gleich dreimal hintereinander die Kerzen gestohlen“, sagt die eine. Die andere meint: „Mir wurde letztes Jahr ein ganzes Weihnachtsgesteck vom Grab entwendet.“ Anzeige haben die Beiden nicht erstattet, das machen auch die meisten nicht, weiß Hermann Hutter, Polizeikommandant der Polizeiinspektion Josefstadt.

„Es gibt meistens auch keine Zeugen“

Vereinzelt würden Anzeigen eintreffen, die Chancen, Täter ausfindig zu machen, stünden aber schlecht. „Es gibt meistens auch keine Zeugen“, meint Hutter. Schwerpunktaktionen mit Streifentätigkeit gäbe es nur zu Feiertagen, wie etwa Allerheiligen.

Auch Friedhofs-Verwaltungschef Hans Seiser weiß, dass das Thema Diebstähle am Friedhof emotional besetzt ist, im Falle des Falles werde mit der Polizei zusammengearbeitet. Allerdings sind sowohl Hutter als auch Seiser froh: Große Diebstahls-Serien wie etwa jene von Kupfergegenständen vor einigen Jahren, sind schon länger nicht mehr vorgekommen.