Erstellt am 20. April 2016, 03:54

von Kristina Veraszto

GAT schließt mit 16. Jänner 2017. Amerikanischer Konzern verlagert Produktion nach Deutschland und Dänemark und gibt den österreichischen Standort auf.

Die GAT Microencapsulation GmbH schließt mit 16. Jänner 2017 zu. Der amerikanische Partnerkonzern verlagert die Produktion und gibt den österreichischen Produktionsstandort auf.  |  NOEN, Foto: Veraszto

Die GAT Microencapsulation GmbH schließt am 16. Jänner 2017 für immer ihre Türen. In der Vergangenheit hatte der Agrochemiekonzern mit schweren Vorwürfen zu kämpfen. Bei Störfällen in den Jahren 2004 und 2009 soll es insgesamt zum Austritt von 27 Pestiziden ins Grundwasser gekommen sein. Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt ermittelte, die Verurteilung erfolgte im Jänner 2013.

Der Grund für die Schließung der GAT, die immerhin 55 Mitarbeiter beschäftigt, hätte laut Geschäftsführerin Barbara Gimeno nichts mit der Qualität des Unternehmens selbst zu tun. Es liege auch nicht an geringen wirtschaftlichen Erfolgen, sondern an dem Entschluss der Standortschließung durch den exklusiven Vertriebspartner wegen europäischer Überkapazitäten.

„Es war eine auferzwungene Entscheidung"

2012 verkauften, so Gimeno, die damaligen, mehrheitlich österreichischen Investoren, die Produkte und Patente des Unternehmens an einen amerikanischen Konzern. Dieser hat nun beschlossen, den Vertrag mit der GAT Microencapsulation GmbH mit Jänner 2017 zu kündigen und alle Rechte in das amerikanische Konzerneigentum zu übertragen.

Die Produkte werden in Zukunft von dem Partner an anderen Standorten hergestellt und vertrieben. „Es war eine auferzwungene Entscheidung, uns wurde einfach der Boden unter den Füßen weggezogen“, bedauert Gimeno.

Vernünftige Nachfolge für Firmengebäude gesucht

Die Schließung der GAT Microencapsulation GmbH bedeutet auch für Ebenfurth hohe Einbußen. „Über 80.000 Euro an Kommunalsteuer gehen der Gemeinde verloren“, erklärt SPÖ-Bürgermeister Alfredo Rosenmaier. Die erste Priorität sei laut dem Stadtchef aber, eine vernünftige Nachfolge für die Firmengebäude zu finden. „Prinzipiell geht es darum, wieder Arbeitsplätze zu schaffen“, so Rosenmaier.

Nach einer ersten Begehung mit verschiedenen Vertretern, unter anderen auch ÖVP-Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav, die selbst in Haschendorf lebt, stelle sich dieses Vorhaben als schwierig heraus.

Die GAT Microencapsulation GmbH schließt mit 16. Jänner 2017 zu. Der amerikanische Partnerkonzern verlagert die Produktion und gibt den österreichischen Produktionsstandort auf. Veraszto