Erstellt am 27. September 2015, 14:35

von Tina Jedlicka

Wiedersehen endete mit Gerichts-Prozess. Ein unverbesserlicher Wiener Neustädter wollte einen Ex-Schulfreund zwei Tage nach einer Begegnung zuhause zur Rede stellen.

Foto: Erwin Wodicka  |  NOEN, Erwin Wodicka
„Ich halt das nicht aus, ich geh“, meinte ein Wiener Neustädter Angeklagter am Landesgericht. Der Bewährungshelfer des Mannes zuckte nur mit den Schultern. „Mein Mandant hat ein Aggressionsproblem und wir arbeiten daran.“

Der Angeklagte musste sich wegen gefährlicher Drohung, Sachbeschädigung und in einem zweiten Fall wegen Körperverletzung verantworten. Von der Körperverletzung (Disko-Schlägerei) wurde er im Zweifel freigesprochen.

Gefährliche Drohung und Sachbeschädigung

Wegen der gefährlichen Drohung und der Sachbeschädigung muss er jedoch sechs Monate hinter Gitter (nicht rechtskräftig). „Ich habe meinen ehemaligen Schulfreund in einem Lokal in der Herrengasse getroffen. Aber er hat mich gar nicht richtig beachtet. Ich war richtig gekränkt.“

Zwei Tage später am Sonntag zu Mittag saß dieser Freund gerade mit seiner Familie am Mittagstisch. „Plötzlich haben wir draußen einen Knall gehört. Wir haben zuerst gedacht, dass die Türe zugefallen ist. Dann kam der zweite Knall, da ist mein Vater raus gegangen“, erzählte das Opfer beim Prozess.

Der Angeklagte habe draußen wütend geschrien, dass er ihn schon noch erwische und dass er raus kommen solle. „Als wir uns im Lokal gesehen haben, hat er meinen Freund und mich angepöbelt bis ich dann die Securitys um Hilfe gebeten habe“, so der Zeuge weiter. „Die ganze Familie war nach dem Vorfall geschockt. Ich habe so eine Aggressivität noch nie erlebt“, erinnerte sich der Zeuge. Mit diesem Privatbeteiligtenanschluss wurde er jedoch auf den Zivilrechtsweg verwiesen.