Erstellt am 03. März 2016, 10:20

von Mathias Schranz

Hakenkreuz-Opfer gerät selbst ins Visier. Spektakuläre Wende im „Hakenkreuz-Fall“ von Bad Fischau-Brunn: Wie die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt gegenüber der NÖN bestätigt, wird jetzt „in alle Richtungen ermittelt“.

Robert T. nach dem Überfall vor wenigen Tagen. Foto: Foto Baldauf  |  NOEN, Franz Baldauf
Das bedeutet, auch gegen das mutmaßliche Opfer Robert T. Offensichtlich dürfte seine Version des Tathergangs bei den Ermittlern für Ungereimtheiten gesorgt haben.

Gleich zweimal österreichweit im Fokus

Der Fall hatte österreichweit für Schlagzeilen gesorgt – und das gleich zweimal: Im Herbst des Vorjahres soll Robert  T. von Unbekannten auf dem Nachhauseweg nahe seines Wohnhauses überfallen worden sein. Er gab an, niedergeschlagen und misshandelt worden zu sein, mehrere Männer hätten ihn mit einem scharfen Gegenstand geschnitten, ihm unter anderem ein Hakenkreuz auf die Stirn geritzt.

Das Opfer vermutete hinter dem Vorfall einen Nachbarschaftsstreit, ein Verdächtiger, er Ex-Schwiegersohn des Nachbars,  wurde kurz darauf festgenommen.

Beim Gerichtsprozess konnten jedoch keine Beweise für die Schuld des Verdächtigen gefunden werden, er wurde freigesprochen.

Nach Ermittlungs-Wende: „Ich bin entsetzt“

Vor wenigen Tagen geschah dann das Unglaubliche: Robert T. wurde von einem Lkw-Fahrer schwer verletzt auf einem Feldweg gefunden. Er gab an, dass er einem Autofahrer mit Panne helfen wollte, dann aber niedergeschlagen, gefesselt und misshandelt wurde.

Unter anderem sollen ihm die Täter diesmal ein Hakenkreuz auf die Brust geritzt haben, seine Körpertemperatur betrug nur noch 31 Grad.

Im Gespräch mit der NÖN gab sich Robert T. nach den neuesten Entwicklungen wortkarg: „Ich bin entsetzt.“ Er könne sich nicht erklären, warum er jetzt selbst ins Visier der Ermittler geraten sei, er habe von der Polizei auch diesbezüglich noch nichts gehört.

NÖN.at hatte berichtet: