Erstellt am 17. Oktober 2015, 20:52

von Mathias Schranz

Hakenkreuz-Opfer: „Habe gedacht, das überlebe ich nicht“. Es könnte ein Film aus der Fernsehserie „Aktenzeichen XY“ sein: Vier Männer, zumindest drei davon maskiert, lauern einen Radfahrer in der Nacht bei Bad Fischau Brunn auf. Sie reißen ihn vom Rad, schleifen ihn zu einem Feldweg, fixieren seine Hände.

Vera und Robert Torner wollen ihr Haus trotz der Übergriffe nicht verkaufen.  |  NOEN, Franz Baldauf
Einer der Maskenmänner kniet auf ihm, beginnt sein Gesicht zu zerschneiden. „Ich habe geglaubt, das überlebe ich nicht“, sagt das Opfer Robert Torner Tage später im Gespräch mit der NÖN. Die Unbekannten ritzen ihm Wangen und Kopfhaut auf, in die Stirn ein Hakenkreuz. „Der eine hat zum anderen gesagt: Nicht zu tief, es soll nur eine Warnung sein. Da habe ich gewusst, dass ich noch lebend rauskomme.“

x  |  NOEN, privat
Als die Täter von Schichtarbeiter ablassen, zerstören sie sein Rad und brausen davon. Robert Torner versucht die Verfolgung aufzunehmen – aber das in die Augen strömende Blut macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Wenig später sind Polizei und Rotes Kreuz vor Ort, später werden die Wunden im Spital versorgt. „Ich hatte Glück, die Schnitte müssen mit einer Rasierklinge oder einem Stanleymesser gemacht worden sein und verheilen gut.“

Das – verunglückte – Hakenkreuz ist zwar noch zu sehen, dürfte aber nicht von Dauer sein. Der Vorfall dürfte mit einem Nachbarschaftsstreit zu tun haben, der schon seit Jahren tobt. Schon Tage vor dem Attentat wurden Haus und Auto in der Wiesfeldgasse beschmiert. Mittlerweile liegt der Fall bei der Staatsanwaltschaft, ein Mann sitzt in Untersuchungshaft, gegen vier weitere Personen wird ermittelt. Trotz der Vorfälle sind sich Robert Torner und seine Frau Vera einig: „Wir werden unser Haus sicher nicht aufgeben.“