Erstellt am 07. Oktober 2015, 08:47

von Carina Pürer

Hilfe für Flüchtlinge. Vier Männer in Walpersbach | Bei Kurt und Maria Sebesta leben seit Anfang September auf privater Basis junge Männer aus dem Irak.

Abdulsalam, Salam, Murthada (l.) und Yazen (r.) sind bei Kurt und Maria Sebesta (2. und 3.v.r.) untergebracht. Mit am Foto: Anikó Sebesta mit Florian, Lanzenkirchens ÖVP-Gemeinderat Florian Sebesta und Isabella.  |  NOEN, privat

WALPERSBACH | Seit dem Sommer dieses Jahres ist eine Flüchtlingsfamilie in Bad Erlach beheimatet, in der Vorwoche zogen zwei Familien in das renovierte Forsthaus in Ofenbach ein. Doch auch privat wird in den Thermengemeinden Flüchtlingen geholfen:

Seit 1. September leben vier irakische Burschen in Walpersbach – in einem leerstehenden Haus von Kurt und Maria Sebesta, den Eltern des Lanzenkirchner ÖVP-Gemeinderates Florian Sebesta. 19, 24 und 26 Jahre sind die Männer alt, zwei davon Cousins, die jeder für sich zu Fuß von Bagdad über Ungarn nach Österreich reisten. „Sie sind täglich rund zehn Stunden gegangen, waren jetzt drei Monate in Traiskirchen untergebracht und sind jetzt bei uns“, erzählt Florian Sebesta im Gespräch mit der NÖN, „meine Eltern haben erst überlegt, eine Familie aufzunehmen – wir haben dann aber gesagt: Wir nehmen den, der es am notwendigsten hat.“

Zwei alte Räder zur Verfügung gestellt

In die Gemeinde sind die Männer bereits bestens integriert. Zwei von ihnen arbeiten als Erntehelfer bei Lanzenkirchner Bauern, alle vier besuchen Deutschkurse, die Sebesta zusammen mit fünf weiteren Lanzenkirchnern organisiert. „Von den Kursen sollen künftig auch die Familien profitieren, die jetzt in das Forsthaus gezogen sind“, so der ÖVP-Gemeinderat.

Auch von der Bevölkerung würden die jungen Männer gut aufgenommen: „Natürlich gibt es auch negative Meldungen, aber großteils sind die Reaktionen positiv“, so Sebesta, „wir haben eine Menge Kleiderspenden von Leuten bekommen, die helfen wollten. Das Fahrradgeschäft Schnabl in Bad Erlach hat außerdem zwei alte Räder zur Verfügung gestellt, sodass die Männer auch mobil sind.“
In einer Sache wird jedoch noch Hilfe benötigt: „Ich möchte gerne ein Buch über die Erfahrungen unserer Flüchtlinge schreiben – dafür wäre jedoch ein Deutsch-Arabisch-Dolmetscher von Vorteil“, so Sebesta.