Erstellt am 20. Oktober 2015, 05:02

von Josef Kleinrath und Victoria Schmidt

Kampf um Erhalt dreier Schulen. Vielfache Bemühungen: Die Debatte um die mögliche Schließung dreier städtischer Schulen erreicht neue Höhepunkte – Personenkomitee gegründet, Besuche bei Ministerin erfolgen.

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Massive Bemühungen laufen gerade zum Erhalt der bislang städtischen Schulen in Wiener Neustadt. Rund um Unternehmerin Birgit Kraft-Kinz bildete sich ein Personenkomitee, das sich mit dem Verein der Freunde der BaKip und HLM für den Erhalt der Schulen einsetzt.

Kritik an „Sparen am falschen Fleck“

„Wer bei Bildung spart, spart am falschen Fleck“, heißt es. Darunter sind bekannte Wiener Neustädter und Absolventen der Schule – wie etwa Doris Lackner-Schatek, Chirurg Friedrich Scherz oder Autohändler Franz Czeczelits. Das Ziel: der Erhalt der Schulen.

„Bildung ist das wichtigste Gut, das wir haben – die Maßnahme ist das falsche Signal und spart am falschen Fleck“, so das Komitee, das den Forderungskatalog der Schulen unterstützt.

Darin geht es um Informationsgespräche, Verantwortungsübernahme der Politik unabhängig welcher Couleur, ein Bekenntnis zur Bildung in der Stadt, transparente Gespräche und Respekt gegenüber dem Beitrag zur Bildung. Man sei auch bereit, den Beitrag zum Budget zu erhöhen (über 250.000 Euro über Schulgelder).

Seitens der Stadt wird die Initiative begrüßt, so ÖVP-Bürgermeister Klaus Schneeberger, „wir freuen uns über alle, die uns dabei unterstützen, den Erhalt der Schulen durch eine Verbundlichung zu sichern“.

Auch Landesschulsprecher Sebastian Cachée versicherte bei einem Besuch an den Schulen seinen Einsatz für eine positive Zukunft.

Politbesuche bei Bildungsministerin

Unterdessen hat sich für die SPÖ Bezirksparteiobmann Peter Wittmann in der Schulcausa eingebracht. Auf seine Initiative hin hat es mit dem Direktor der HLW, Harry Komuczky, vorige Woche einen Termin bei Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek gegeben.

Komuczky präsentierte der Ministerin dabei detaillierte Daten und Fakten und betonte, dass die Schule top ausgestattet sei. Heinisch-Hosek betonte in dem Gespräch, dass der Bund am Weiterbestand der Schule interessiert sei und sagte ihre Unterstützung zu, so Wittmann. Zur Finanzierung verwies sie auf eine Drittellösung (Stadt, Land, Bund), allerdings seien auch andere Finanzierungsvarianten besprochen worden.

Peter Wittmann: „Mit der Zusage der Unterstützung der Frau Bundesministerin Heinisch-Hosek wird es uns gemeinsam gelingen, die Schließung dieser Schule zu verhindern. Wir Sozialdemokraten wollen auch weiterhin alles versuchen, um dem geplanten Ausverkauf der bunten Stadtregierung in Wiener Neustadt und somit auch dem Bildungsabbau entgegenzuwirken.“

ÖVP reagiert mit Verwunderung

Mit Verwunderung reagierte ÖVP-Klubobmann Philipp Gruber auf diesen Vorstoß: „Warum setzt sich Peter Wittmann nur für die HLW ein? Sind ihm die Schüler der HLM und BAKIP nichts wert? Wo ist Horst Karas? Nachdem Peter Wittmann scheinbar die Führung der Genossen in Wiener Neustadt übernommen hat, ist zu vermuten, dass der SPÖ jetzt auch der Obmann davongelaufen ist.“

Jedenfalls hat es gestern, Montag, nach Redaktionsschluss auch ein Treffen zwischen ÖVP-Bürgermeister Klaus Schneeberger und der Bildungsministerin gegeben.

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