Katzelsdorf

Erstellt am 13. Juli 2016, 06:00

von Carina Pürer

Verletzungsgefahr: Projektile in Fassade. Bereits zum zweiten Mal schlug in der Vorwoche eine Kugel in ein Haus am Feldweg ein – die Polizei ermittelt jetzt.

Auf der Rückseite des Hauses am Feldweg schlugen die Projektile ein – im November in den Rollokasten über der Terrassentür, in der Vorwoche nun eineinhalb Meter daneben in die Fassade  |  privat

Begonnen hat alles im November des Vorjahres, als ein Katzelsdorfer Ehepaar eine massive Delle im Rollokasten einer Sonnenschutzrollo entdeckte. „Anfangs haben wir uns gar nichts dabei gedacht. Vielleicht wurde da beim Rasenmähen etwas raufgeschleudert“, sagt das Ehepaar im Gespräch mit der NÖN – bis die Ehefrau ein Projektil entdeckte, das den Schaden verursacht haben dürfte.

„Wir haben das bei der Polizei Bad Erlach zur Anzeige gebracht – die nahm das damals aber bloß als unerklärliche Sachbeschädigung auf“, so das Ehepaar. Der Vorfall wurde erst einmal ad acta gelegt – bis in der Vorwoche wieder eine Kugel in der Fassade steckte.

Eineinhalb Meter neben der Delle von November steckte ein Projektil in der Fassade – genau in Kopfhöhe übrigens. Das Ehepaar ist entsetzt. „Ich bin selbst Unfallchirurgin“, sagt die Frau, „ich weiß, was da passieren und wie so etwas ausgehen kann“, sieht das Ehepaar das Problem keineswegs in der Sachbeschädigung, sondern in der – im schlimmsten Fall sogar tödlichen – Verletzungsgefahr.

"Wird schwierig den Schützen ausfindig zu machen"

Erneut wurde der Vorfall bei der Polizei Bad Erlach zur Anzeige gebracht – und die ermittelt jetzt, auch die Kriminalpolizei schaute sich die Einschusslöcher am vergangenen Mittwoch an. In der Vorwoche wurden die Waffenbesitzkarten in Katzelsdorf gecheckt sowie die Projektile analysiert, um gegebenenfalls Rückschlüsse auf das Gewehr – es dürfte sich um ein Kleinkaliber handeln – ziehen zu können.

„Aber es wird schwierig sein, den Schützen ausfindig zu machen“, sagt Peter Handler von der Polizei Bad Erlach, „bislang haben die Ermittlungen nichts ergeben.“

Darum, den Schützen zu finden, geht es dem Ehepaar aber gar nicht: „Wir glauben nicht, dass da jemand mutwillig auf unser Haus ballert. Eher, dass jemand nichts ahnend der Tragweite durch die Gegend schießt, ohne daran zu denken, dass die Kugeln auch irgendwo wieder herunterkommen. Uns geht es nur darum, dass er nachdenkt.“