Erstellt am 26. Juli 2016, 09:22

von Fritz Hauke

Falsche Reihung der Prioritäten. Fritz Hauke über rauhe Töne gegen Dominic Thiem.

Wer den Schaden hat, braucht bekanntlich für den Spott nicht zu sorgen. Das erfuhr in der Vorwoche auch der Lichtenwörther Dominic Thiem. Der Tennis-Star scheiterte im Einzel-Bewerb an Jürgen Melzer – und rief damit jene „Fans“ auf den Plan, die nur auf einen Ausrutscher Thiems gewartet haben.

Via diverser Internetplattformen bekam Thiem den Hohn der schadenfreudigen Anhänger zu spüren. Der Grund? Thiem hatte sich gegen eine Teilnahme beim Davis Cup für Österreich entschieden. Und anscheinend dadurch Kredit bei der breiten Masse verspielt. Und dass es da gegen Melzer ging, ein rot-weiß-rotes Davis Cup-„Schlachtross“, war in diesem Fall nur noch mehr Wasser auf den Mühlen der Kritiker.

Diese Kritik hat sich Thiem allerdings nicht verdient. Da reihen die Fans einfach ihre Prioritäten falsch. Der Lichtenwörther gehört zu den besten zehn Tennisspielern der Welt – und das in einer Sportart, die fast rund um den Globus professionell betrieben wird. Thiem daraus einen Strick zu drehen, nicht für Österreich zu spielen, ist falsch.

Durch seine Auftritte in der Einzelsportart-Tennis präsentiert er unser Land und den heimischen Sport mehr als genug. Das sollten sich die sogenannten „Fans“ bei der nächsten Davis Cup-Absage von Thiem auch einmal vor Augen halten.