Erstellt am 11. Juli 2017, 02:19

von Mathias Schranz

Künstliche Aufregung. Mathias Schranz über das „Schweinefleisch-Verbot“

Jetzt hat das Thema auch Wiener Neustadt erfasst: Das Schweinefleisch-Verbot in Kindergärten. Obwohl das Wort hier falsch gewählt ist, denn zur Debatte gestanden ist das Verbot bei uns nie. Trotzdem gibt es Presse-Aussendungen und Kampfpostings auf Facebook von Lokalpolitikern, die sich gegen das – in Wiener Neustadt nie im Raum gestandene – Verbot stark machen.

Bei den Wortmeldungen könnte man fast glauben, dass in Schweinefleisch eine bisher unbekannte Vitaminbombe gefunden wurde. Oder dass Schweinefleischkonsum etwas damit zu tun hätte, ein echter Österreicher zu sein. Beides ist natürlich völlig absurd. Klar ist: Ein Schweinefleisch-Verbot mit religiösem Hintergrund wäre der falsche Weg und würde auch ein falsches Integrations-Signal sein. Zumal ja in den Kindergärten der Stadt Alternativen angeboten werden.

Allerdings sollte es für die Politik bei Integrationsfragen wichtigere Themen geben als eine künstlich vom Zaun gebrochene Schnitzel-Debatte. Etwa Sprachförderung – ein positives Beispiel gibt es mit der VS Baumkirchnerring bereits.