Erstellt am 03. November 2015, 06:32

von Fritz Hauke

Leidenschaft nicht verlernt. Fritz Hauke über das Comeback von Andreas Schicker.

Andreas Schicker hat für sich den nächsten Meilenstein geschafft. Der Mann, dem nach einem Böllerunfall eine Hand amputiert werden musste, hat am Freitag 90 Pflichtspiel-Minuten hinter sich gebracht. Respekt vor der Leistungs- und Leidensbereitschaft am Weg zurück.

Eine kleine Episode am Rande zeigt, wie viel Andreas Schicker an diesem Sport liegt. Wir schreiben die 80. Minute, ein Mistelbacher Verteidiger blockt einen Schicker-Schuss im Strafraum. Der Routinier will einen Elfmeter, hatte ein Handspiel gesehen. Seine Reklamation fällt so heftig aus, dass der Schiri Gelb zeigt. Damit ist Schicker aber nicht besänftigt. Nach der Partie stellt er der Kabinentür seinen Fuß näher vor.

Auch, wenn dieser kleine „Ausraster“ nicht in das Profil eines Vorzeigeprofis passt, wird deutlich: Leidenschaft ist wie Radfahren, das verlernt man nicht. Schicker, der in seiner Karriere für Admira, Ried und den SC in der Bundesliga spielte, lebt auch in einer Partie in der 2. Landesliga voll mit. Und das sollte auch im Nachhinein betrachtet so manchem Profi ein Vorbild sein: Auch bei den Amateuren darf man mit Ehrgeiz und Siegeswillen in Partien gehen. So blutleer wie sich einige Herren bei den Amateuren in den vergangenen Jahren präsentiert haben, ist so viel Leidenschaft direkt erfrischend.