Erstellt am 23. Mai 2017, 02:43

von Fritz Hauke

Ein Fall für das Lehrbuch. Fritz Hauke über den Ortmanner Meistertitel.

Viele Wege führen nach Rom. Oder zum Titel. Der einfache Weg? Unanständig viel Geld investieren, ein, zwei Jahre mit Kanonen auf Spatzen schießen und auf die individuelle Klasse von einzelnen Stars bauen. Passiert jedes Jahr, in vielen Ligen, in allen Leistungsstufen.

Der harte Weg? Ein genauer Blick auf die bestehende Kaderstruktur, überdachte Entscheidungen in der Personalpolitik auf allen Ebenen, von der Sportlichen Leitung über den Trainer bis hin zum letzten Kaderplatz. Und: Viel Herz und noch mehr Geduld.

Der Ortmanner Weg zum Meistertitel? Zweiteres. Definitiv. Die Mannschaft kostet einen Bruchteil der Liga-Konkurrenz. Trainer Daniel Kohn achtete im Laufe der Meisterschaft fast schon penibel darauf, dass der gesamte Kader seine Minuten bekommt. Und konnte im Fall des Falles auch auf die Nummer 13, 14 und 15 zurückgreifen – die Spieler zahlten es mit Leistungen zurück. Top-Talente aus der eigenen Jugend, eine routinierte Achse im Zentrum als Anker der gesamten Mannschaft, ein Musterbeispiel an Kaderzusammenstellung.

Ortmanns Meistertitel ist ein Fall für das Lehrbuch „Wie werde ich Meister im Amateurfußball?“. Daraus lernen, werden wohl nur wenige – der Weg zum Titel führt für viele über die volle Kriegskasse.