Erstellt am 14. Juni 2016, 07:47

von Fritz Hauke

Vorgehensweise sehr fragwürdig. Fritz Hauke über die Trainerfrage bei den Wiener Neustädter Amateuren.

Man muss Jürgen Riedl als Trainer nicht gut finden und ihn als Privatmensch sympathisch finden – aber wie der SC Wiener Neustadt mit seinem Coach der Amateur-Mannschaft umgegangen ist, muss hinterfragt werden. Eines vorweg: Nach fünf Punkten in der Hinrunde wäre ein Trainerwechsel völlig verständlich gewesen, wahrscheinlich sogar für Riedl selbst.

Als der Verein Riedl und Fuat Özmen weiter am Ruder ließ, stellten sich im Frühjahr auch die Erfolge ein. Das Plansoll wurde erfüllt – mit einem Altersschnitt diesseits der 20 in einer brutalen 2. Landesliga Ost 17 Punkte in 13 Partien zu holen, ist beachtlich. Und wenn im Saisonfinish die angehenden Jung-Profis auch noch dabei gewesen wären, dann wären es sogar noch mehr Punkte geworden. Davor muss man seinen Hut ziehen.

Die Trainersuche der Amateure war nicht geschickt. Die Idee, den Co-Trainer der Profis mit der Hauptverantwortung der Amateure zu betrauen, ist zum Auf-den-Kopf-Greifen. Und ab einem gewissen Zeitpunkt wusste die gesamte Kicker-Szene bereits, dass Riedl ab Sommer nicht mehr Trainer sein wird – nur mit Riedl selbst wurde erst nach der letzten Runde gesprochen. Das hat sich kein Trainer verdient. Vor allem, wenn er alle Ziele trotz widriger Umstände gemeistert hat.