Erstellt am 19. Januar 2016, 04:08

von Josef Kleinrath

Station steht vor dem Aus. Diese Woche wird über Zukunft der interdisziplinären Aufnahmeambulanz entschieden. Personalvertretung fordert Schließung, Regionalmanagement will Weiterführung.

Betriebsrätin Gerlinde Buchinger fordert die Schließung der Aufnahmeambulanz.  |  NOEN, Foto: Kleinrath
Neuerlich steht die „Interdisziplinäre Aufnahmeambulanz“ am Landesklinikum Wiener Neustadt im Mittelpunkt vieler Diskussionen. Und am Mittwoch dieser Woche soll entschieden werden, ob die Station, die erst im Oktober des Vorjahres nach einer von Pannen und Verzögerungen begleiteten Projektphase massiv verspätet aufgesperrt wurde, mit Ende Jänner wieder geschlossen wird. Und geht es nach dem Betriebsrat, soll die Abteilung auch geschlossen werden. Aber der Reihe nach.

Im Jänner 2014 wird die Aufnahmestation beim Neujahrsempfang für das 2. Quartal 2014 versprochen, dann wieder gestoppt. 2015 wird mehrmals vom Start gesprochen, im Oktober ist es dann endlich so weit. Allerdings kommt die Abteilung von Anfang an nicht in die Gänge. Patienten beklagen sich über elendslange Wartezeiten, das Personal schafft die Bewältigung der Arbeit nur mit massiver Arbeitsüberlastung. Immer wieder sind Assistenz- bzw. Turnusärzte eingesetzt, die über kaum Erfahrung verfügen.

Nach einer Sitzung in der Vorwoche steht nun die Zukunft der Abteilung wieder zur Disposition. Am Mittwoch soll die Entscheidung fallen. Jedenfalls liegt ein Ultimatum der Ärzte der 2. Internen Abteilung vor – diese soll ja die Aufnahmeambulanz mitbetreuen. Nur wenn das nötige zusätzliche Personal zur Verfügung gestellt wird, kann die Aufnahmeambulanz weiter mit Ärzten der 2. Internen bespielt werden, heißt es. Intern geht man bereits von einer fixen Schließung der Abteilung mit Ende Jänner aus.

Regionalmanager will Sitzung abwarten

Viktor Benzia, Regionalmanager für die Kliniken der Thermenregion, bestätigt die Probleme, vor allem die lange Wartezeit: „Diese müssen wir verkürzen.“ Er bestätigt auch, dass diese Woche eine Entscheidung über die Zukunft der Abteilung getroffen wird. „Momentan sind nicht genügend Ärzte vorhanden“, weiß er, wobei das für ganz Niederösterreich gelte.

Er betont auch, dass die Einführung der Aufnahme-Ambulanz vorerst für drei Monate geplant gewesen sei. In diesem Zeitraum habe man sich angeschaut, wie sie funktioniert. Eine Schließung will er vermeiden, er ist überzeugt: „Wir werden es modifiziert weiterführen.“ Die seit Oktober eingetretenen Veränderungen seien so nicht vorhersehbar gewesen: „Wir müssen nachbessern, aber ich gehe von einer Weiterführung aus, mit der alle gut leben können.“

Personalvertretung will Schließung der Station

Dass es das Ultimatum gibt, bestätigt auch ÖVP-NÖ-Klubobmann Klaus Schneeberger, der auch betont, dass sich die ärztliche Situation durch gesetzliche Rahmenbedingungen während der gesamten Planungsphase immer wieder massiv geändert habe. Von einer sofortigen Schließung will er jetzt nicht ausgehen, auch er will die Besprechung diese Woche abwarten. Allerdings räumt er schon eines ein, dass eine Sperre besser wäre, als „mit nicht gut ausgebildetem Personal weiterzuarbeiten“. Im Oktober, so meint er, sei der Betrieb im guten Glauben, dass er machbar sei, aufgenommen worden: „Im Nachhinein ist man immer klüger.“

Ganz anders die Positionierung des Betriebsrates. Vorsitzende Gerlinde Buchinger hat sich schriftlich an die Spitalsführung gewandt und festgehalten: „Offensichtlich werden die personellen Ressourcen und organisatorischen Gegebenheiten nicht den Anforderungen gerecht.“ Die Arbeitssituation dort sei berufsübergreifend nicht tragbar: „Deshalb muss auch befürchtet werden, dass die Versorgung der Patienten nicht mehr in einem rechtlich gedeckten Ausmaß gewährleistet ist.“

Buchinger sieht sowohl die Sicherheit der Mitarbeiter als auch der Patienten gefährdet. Prinzipiell halte sie eine derartige Station zwar für sinnvoll, allerdings erst „nach einer Neukonzeptionierung unter Berücksichtigung aller Erfahrungen“. Jetzt müsse die Station mit Ende Jänner aber geschlossen werden.