Erstellt am 14. Oktober 2015, 05:42

von Carina Pürer

Attacke auf Deibl. ÖVP-Gemeinderat soll am Haderswörther Feuerwehrfest mit Glas nach FPÖ-Gemeinderat geworfen haben.

FPÖ-Gemeinderat Anton Deibl erhebt Vorwürfe gegen einen ÖVP-Gemeinderat.  |  NOEN, Franz Baldauf

Obwohl schon einige Wochen her, sorgt ein Vorfall vom Haderswörther Feuerwehrfest in Lanzenkirchen noch immer für Gesprächsstoff. FPÖ-Gemeinderat Anton Deibl erhebt dabei Vorwürfe gegen einen Gemeinderat der ÖVP-Fraktion – dieser soll nämlich ein volles Glas nach ihm geworfen haben.

„Er war ziemlich betrunken, wollte eine Streiterei anfangen. Ich wollte mich nicht darauf einlassen, habe mich umgedreht und wollte weggehen“, schildert Deibl den Vorfall im Gespräch mit der NÖN, „der ÖVP-Gemeinderat hat daraufhin ein Glas von der Theke gewischt und damit in meine Richtung geworfen – mich hat er letztlich damit aber nicht getroffen, das Glas ging in Richtung meiner Frau.“ Das Glas verfehlte letztendlich zwar auch sie, „aber sie war natürlich von oben bis unten nass“, erzählt Deibl.

Auf strafrechtliche Verfolgung verzichtet

Es sollte nicht der einzige Vorfall bleiben. Auch beim „Summer Closing“ der Jungen Volkspartei Ende September soll es einen Angriff gegeben haben – diesmal von einer ÖVP-nahen Person auf einen SPÖ-Gemeinderat. „Ja, es gab dort eine Attacke auf einen Gemeinderat“, bestätigt SPÖ-Parteiobmann Karl Brandlhofer auf NÖN-Nachfrage, „aber die Sache ist für den Betroffenen inzwischen auch wieder erledigt. Der Angreifer hat sich kurz danach persönlich entschuldigt, hat dem Gemeinderat eine Jacke, die kaputt gegangen ist, ersetzt – damit war der Vorfall dann auch wieder vom Tisch“, so Karl Brandlhofer.

ÖVP-Bürgermeister Bernhard Karnthaler möchte sich zu den Vorfällen nicht näher äußern: „Da wird von Leuten etwas weitergegeben, die gar nicht dabei waren – oder falls sie dabei waren, wahrscheinlich auch schon das eine oder andere Glas getrunken hatten“, mutmaßt der Ortschef, „mir kann man die Schuld an solchen Vorfällen jedenfalls nicht umhängen – ich bin ja nicht erziehungsberechtigt für alle Lanzenkirchner!“
„Ein eigenartiger Umgang mit der Macht ist das schon“, findet jedenfalls FPÖ-Gemeinderat Anton Deibl, „es stünde der Mehrheitspartei gut, mit ihrer Machtposition korrekt und rücksichtsvoll umzugehen, anstatt derartige Attacken auf politische Mitbewerber zuzulassen.“

Auf strafrechtliche Verfolgung wurde in beiden Fällen übrigens verzichtet: „Weil zu hoffen ist, dass bei der ÖVP auch ohne den Weg zu Gericht ein Umdenken stattfindet“, so der FPÖ-Gemeinderat.