Erstellt am 24. Dezember 2015, 05:48

von Bettina Kreuter

Lebenshilfe: Spender dringend gesucht. Unumgänglich sind Neubau und Sanierungen im Karl Ryker Dorf in Sollenau. Die Gebäude sind desolat, die Betreuungsstrukturen neu.

Klienten und Betreuer arbeiten gerne in den Werkstätten im Karl Ryker Dorf der Lebenshilfe. An den Gebäuden nagt der Zahn der Zeit.  |  NOEN, Foto: Kreuter

Die Willkommensgrüße sind herzlich, sofort fühlt sich der Besucher im Karl Ryker Dorf wie ein lang vermisster Freund. Nicht nur zu offiziellen Anlässen, wie dem Adventmarkt (heuer vom 26. bis 29. 11.), der Christmette oder dem Sommerfest sind Gäste gern gesehen. „Viele Leute gehen auf unserem parkähnlichen Gelände spazieren oder sie kaufen ihre Blumen bei uns“, so Alexander Leeb, Regionalleiter im Karl Ryker Dorf.

Blumen ist das Stichwort für Friederike Pospischil, Präsidentin der Lebenshilfe NÖ: „Die Gärtnerei soll neu gebaut werden. Möglichst vorne am Grundstück bei der Straße. Wir wollen gesehen werden.“ Auch der Neubau der Industriewerkstätte soll nächstes Jahr geplant werden. Spatenstich für beide könnte dann 2016 sein. Pospischil rechnet mit rund zwei Millionen Euro Baukosten.

Gebäude entsprechen Anforderungen nicht mehr 

Doch auch bei den anderen Gebäuden wird geschaut, ob sie saniert oder neu errichtet werden. Sie sind nicht nur desolat, sondern entsprechen auch nicht mehr den heutigen Anforderungen. Türstöcke werden mit dicken Klebebändern zusammengehalten. Breite Risse ziehen sich durch die Wände und die Böden. Die Fenster lassen sich nur mehr schwer öffnen und sind verrostet.

An den Gebäuden im Karl Ryker Dorf der Lebenshilfe nagt der Zahn der Zeit. Baubeginn war 1972. In 17 Wohngemeinschaften leben 180 Klienten aus ganz Niederösterreich sowie teilweise aus Wien und dem Burgenland. 240 Klienten mit kognitiver und mehrfacher Beeinträchtigung sind in allen Werkstätten im Karl Ryker Dorf tätig.

Leiter Alexander Leeb ist seit 29 Jahren im Dorf: „Das Schönste für mich hier ist, dass wir die Selbstbestimmung unserer Klienten lebbar machen können.“ Die Stellung der Klienten in der Gesellschaft hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Dazu trägt auch das Öffnen nach außen bei. So werden im Rahmen der familienfreundlichen Gemeinde Kurse im Karl Ryker Dorf angeboten.