Erstellt am 13. April 2016, 02:54

von Josef Kleinrath

MedAustron: Weiter warten auf Behandlung. Kooperation mit Zentrum in den USA soll MedAustron-Ärzten und Physikern wertvolle Einblicke liefern.

Derzeit werden bei MedAustron alle Genehmigungsverfahren durchlaufen. Getestet wird ausschließlich an Puppen, nicht an Menschen.  |  NOEN, Franz Baldauf

In den ersten Plänen war bei MedAustron die Behandlung erster Patienten ab 2008 vorgesehen. Im Vorjahr war noch vom zweiten Quartal 2016 die Rede, jetzt wird es Ende 2016 sein – auf November lässt sich MedAustron-Geschäftsführer Alfred Zens festlegen.

Zunächst wird die Patientenbehandlung mit Protonen, später mit Kohlenstoffionen erfolgen. Das Indikationsspektrum wird in den folgenden Jahren kontinuierlich erweitert. Die Ionentherapie kommt vor allem bei Tumoren zur Anwendung, die gegen traditionelle Strahlen resistent sind oder für jene, die in einer schwierig zu behandelnden anatomischen Lage sind.

Als grundsätzlich etabliert gilt die Therapie bei Schädelbasis-, Kopf- und Halstumoren, Hirntumoren, Sarkomen, Pädiatrischen Tumoren (Hirntumore, Rhabdomyosarkome, Ewing-Sarkome, u.a.) und bei Reirradiatio (Wiederbestrahlung bei Tumorrezidiv nach konventioneller Strahlentherapie). International ebenfalls routinemäßig erfolgreich angewendet wird die Ionentherapie beispielsweise auch bei diversen HNO-Tumoren, Lungenkrebs, Pankreaskarzinom oder diversen Tumoren der Beckenregion.

Kooperation mit US-Zentrum ProCure

In Vorbereitung auf die Behandlung von Patienten wurde nun eine Kooperation über die Weiterbildung von Ärzten und Medizinphysikern von MedAustron im amerikanischen Protonentherapiezentrum ProCure abgeschlossen. In New Jersey an der Ostküste der USA werden seit 2012 bereits Krebspatienten behandelt, Spezialisten von MedAustron können nun am Patientenbetrieb bei ProCure – wo der medizinische Leiter von MedAustorn, Eugen Hug, selbst als medizinischer Leiter tätig war, teilnehmen und aus der klinischen Routine erfahrener Kollegen lernen.

Markus Stock, leitender Medizinphysiker bei MedAustron, war der erste, der in Übersee den Kollegen über die Schulter schauen konnte: „Die Kollegen haben mich nicht nur an allen Arbeitsabläufen teilhaben lassen, sondern sich auch die Zeit genommen, Fragestellungen aus meinem eigenen Berufsalltag zu diskutieren.“