Erstellt am 16. Februar 2016, 04:24

von Fritz Hauke und Josef Kleinrath

Messer-Attacke in Herrengasse löst Polit-Debatten aus. Weil er nicht in ein Lokal durfte, stach ein 25-jähriger Afghane auf Sicherheitsmann ein - der blieb aber unverletzt.

 |  NOEN, Symbolbild

Es war in der Nacht auf Samstag, in der Lokalmeile Herrengasse ist Partytime. Da will ein 25-jähriger Mann aus Afghanistan auch dabei sein – allerdings verwehrt ihm ein Security-Mitarbeiter den Zutritt ins Lokal. Das will sich der Asylwerber nicht gefallen lassen, er zückt ein Klappmesser mit einer vier Zentimeter langen Klinge und sticht zu.

NÖN.at berichtete:

Dass es dabei zu keinen argen Verletzungen kommt, ist nur darauf zurückzuführen, dass der Security-Mitarbeiter eine Stichschutzweste trägt. Sofort holt der Sicherheitsmann sozusagen zum Gegenschlag aus, überwältigt den jungen Mann und hält ihn bis zum Eintreffen der Polizei fest. Diese liefert ihn in die Justizanstalt Wiener Neustadt ein.

Bernd Brandstätter, „GmBH“-Chef, vor dessen Lokal es zu dem Vorfall gekommen ist: „Ich konnte am Anfang nicht glauben, was ich da hörte – dachte, mein Türsteher scherzt. Uns geht es einfach darum, Störenfriede aus dem Lokal draußen zu halten und die Gäste, die in Ruhe feiern wollen, zu schützen. Dabei ist es uns egal, ob jemand blaue, braune, gelbe oder grüne Hautfarbe hat.“ Und der Asylwerber habe sich so verhalten, dass er wegen seines Verhaltens nicht ins Lokal gelassen worden sei.

FPÖ: „Ausgangssperre für Flüchtlinge“

Der Vorfall hat nun auch eine Politdebatte ausgelöst. FPÖ-Sicherheitsstadtrat Markus Dock-Schnedlitz hat sich für eine Ausgangssperre für Flüchtlinge und Asylwerber ausgesprochen und will strenge Razzien in Flüchtlingsunterkünften. Beides könne das Innenministerium leicht umsetzen, ist er überzeugt. Jeder sogenannte Einzelfall sei einer zu viel, erklärt Dock-Schnedlitz die Forderung.

„Es darf nicht sein, dass unsere Jugendlichen selbst zu Schutzbedürftigen werden und nicht mehr ohne Stichschutzweste ihr verdientes Wochenende genießen können“, meint Dock-Schnedlitz weiter, der Vorfall habe bestätigt, dass bereits im Vorfeld mehr kontrolliert gehöre. „Die Bundesregierung muss mit ihrer Ankündigungspolitik aufhören und endlich handeln. Unsere Bevölkerung hat ein Recht auf Schutz und ein Recht darauf, keine Angst haben zu müssen im öffentlichen Raum niedergestochen zu werden.“

Windbüchler-Souschill gegen Vorverurteilung

„Das erinnert an die dunkelste Zeit unserer Geschichte, an das Nazi-Terrorregime. Es ist eine Vorverurteilung einer gesamten Bevölkerungsgruppe und vollkommen inakzeptabel. Der Stadtrat spricht sich damit gegen Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Verfassung aus. Das ist ein unwürdiges Schauspiel“, ist die Grünen-Stadtparteichefin Tanja Windbüchler-Souschill fassungslos über diese Aussagen. „Wenn es zu einem gewalttätigen Vorfall kommt, dann haben Polizei und Staatsanwaltschaft die Aufgabe der Strafverfolgung zu übernehmen und nicht ein FPÖ-Kommunalpolitiker mit abstrusen Ansichten über Rechtsstaatlichkeit.“

"Die Politik der FPÖ bedeutet wohl, alle Kriegsflüchtlinge zu markieren, zu stigmatisieren und weiterhin vehement Gewalt zu schüren“, so Windbüchler-Souschill, Dock-Schnedlitz müsse seine Aussagen zurücknehmen.