Erstellt am 06. Oktober 2015, 14:22

von Doris Hoefer

Miesenbach: Ärger über Schäden durch zu viel Wild. Bürgermeister Wolfgang Stückler lädt den Jagdausschuss nach Miesenbach ein. Information über Rechte und Pflichten.

So sieht der typische Baumschadendurch Wild im Wald von Miesenbach aus.  |  NOEN, Hoefer

Die Meinungsverschiedenheiten die Größe der Wildbestände im Piestingtal und besonders in Miesenbach betreffend könnten größer nicht sein.

Geschädigte Landwirte und Waldbesitzer, welche um den Baumnachwuchs in Sorge sind, meinen, dass vor allem der Rotwildbestand größer sei als je zuvor. Wegen der großen Zahl würden die Tiere hungern und bei ihrer Suche nach Nahrung Wald und Flur schädigen. In den Griff bekommen könne man das Problem nur durch eine Erhöhung der Abschüsse, durch Aussetzen der Pachtverträge oder in Problemgebieten sogar durch Erlauben der Nachtjagd.

Hitze sorgte für Nahrungsknappheit

Auf der anderen Seite steht die Jägerschaft. Berufs- und Hobbyjäger, Letztere oft Pächter eben dieser Wälder. Auch unter ihnen gibt es Uneinigkeit. Einerseits Stimmen, die verlauten, dass die Anzahl der Tiere sich kaum zu früher verändert habe. An der Nahrungsknappheit trage der heiße Sommer Schuld. Andererseits Erklärungen, dass die Abschusszahlen tatsächlich immer wieder nach oben korrigiert würden, somit also ohnehin schon viel getan würde, um den Landwirten entgegenzukommen.

VP-Bürgermeister Wolfgang Stückler wird am 14. Oktober eine Versammlung mit den Pächtern, Obmännern und Mitgliedern der Jagden einberufen. Dabei sollen alle über ihre Rechte und Pflichten informiert werden.

Erhebliche Überpopulation von Rotwild

Er erwarte zwischen 40 und 50 Personen, auch Bezirksjägermeister Werner Spinka sei eingeladen. „Es ist ein sehr großes Problem. Es sind Rudel bis zu 25 Stück an Hochwild im Ort unterwegs. Sogar tagsüber. Es ist eine erhebliche Überpopulation von Rotwild.“

Stückler möchte außerdem Wildreflektoren an Begrenzungsstehern im Ort anbringen lassen, um wenigstens Verkehrsunfälle durch querendes Wild zu vermeiden.

In Rohr in Gebirge haben die Waldbesitzer die Situation gut gelöst. Die meisten von ihnen sind selber Jäger. Johann Schweiger, Vorsitzender im Forstausschuss: „Wir waren uns einig, dass wir so hohe Bestände nicht wollen. Wir haben selber geschossen oder wir haben Abschussnehmer.“ In Miesenbach hingegen gebe es andere Interessen, es habe sich eine Jägerschaft eingepachtet, die viel Wild wolle.