Erstellt am 29. Juli 2016, 13:07

Hoch hinaus – mit Blick auf die Vergangenheit. Erlebbare Geschichte, so lautete das Motto der Projekttage für die Militärgymnasiasten der 7b-Klasse und Teilen der 6b-Klasse in Osttirol und Kärnten vom 27. bis zum 30. Juni 2016.

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Zunächst stand ein Besuch des aufgelassenen Benediktinerstiftes Millstatt am Programm, das die ursprüngliche Heimat des St. Georg-Ritterordens darstellte, welcher im 15. Jahrhundert unter Friedrich III an die Burg in Wr. Neustadt geholt wurde und der heutigen St. Georgs-Kathedrale ihren Namen gab. Am frühen Abend wurde Quartier im Seminarzentrum des Österreichischen Bundesheeres in Iselsberg bezogen, „wo wir sehr herzlich aufgenommen und die nächsten Tage hervorragend versorgt wurden“.

Am Dienstag genossen die SchülerInnen unter Leitung und fachkundiger Führung ihrer Begleitprofessoren Mag. Christoph Posch und Mag. Leopold Horvath bei herrlichstem Bergwetter eine achtstündige Wanderung durch das Gschlösstal in den Hohen Tauern.

Ziel war der Gletscherlehrweg zum Schlatenkees am Großvenediger. Die gewaltigen landschaftsformenden Naturkräfte hinterließen einen imposanten Eindruck ebenso wie die im ständigen Wandel begriffenen Eismassen. Besonders einprägend war der Gletscherschliff im Vorfeld des Schlatenkees und die riesigen Seitenmoränen – Zeitzeugen des letzten Gletschervorstoßes von 1850.

Der Mittwoch machte Zeitgeschichte hautnah spürbar, indem ein Teil der Kampflinie der Südfront des Ersten Weltkrieges, das Gebiet Plöckenpass – Kleiner Pal erwandert und erkundet wurde.

Diese stellte das Zentrum der Kampfhandlungen der Karnischen Front dar, wobei die schwersten verlustreichsten Kämpfe vor genau 100 Jahren, 1916, stattgefunden haben. Mehrere Soldatenfriedhöfe geben Zeugnis davon. Die Anlage am Kleinen Pal wird vom Verein der Dolomitenfreunde unter tatkräftiger Unterstützung des Österreichischen Bundesheeres erhalten und restauriert. Sie stellt ein Symbol für die Sinnlosigkeit des Krieges dar.

Der Ruf nach weiteren Unternehmungen dieser Art war nach Abschluss der Projekttage unüberhörbar. „Pädagogik im Freien als Gemeinschaftserlebnis – der Funke der Begeisterung scheint auf manche Schüler übergesprungen zu sein!“ freut sich Prof. Horvath.