Erstellt am 24. November 2015, 13:03

von Victoria Schmidt

Nein zu Transitlager in Bad Schönau. Bürgermeister musste Entscheidung treffen, ob es in Kurgemeinde Bad Schönau Transitlager für Flüchtlinge geben soll oder nicht - er entschied sich letztlich dagegen.

 |  NOEN, Franz Baldauf

Die Flüchtlings-Krise ging auch an der 725-Seelen-Gemeinde nicht vorüber. Vor zwei Wochen erhielt ÖVP-Bürgermeister Feri Schwarz von Landespolizeidirektor Franz Prucher die Information, dass die Absicht bestehe, am Areal der Firma Handler ein Flüchtlings-Transitzentrum einzurichten.

Das Areal hätte Kapazitäten, um bis zu 500 Menschen aufzunehmen. Geplant gewesen wäre mindestens ein halbes Jahr, gewünscht eineinhalb Jahre. Täglich würden mehrere Busse vorwiegend von der Grenze in Spielberg 300 Personen nach Bad Schönau bringen, das entspräche 41 Prozent der Ortsbevölkerung.

"Unglaubliche Verantwortung"

Am Folgetag wäre es weiter an die deutsche Grenze gegangen. „Wie lange es noch funktionieren wird, dass all die Menschen nach Deutschland weiter befördert werden können, ist für mich höchst fraglich“, so Feri Schwarz. Die Aussprache zu Zustimmung oder Ablehnung oblag dem Bürgermeister. „Mir wurde damit eine unglaubliche Verantwortung, als Vertreter der Gemeinde aber auch als Mensch, übertragen, die mit vielen Überlegungen und emotionalen Empfindungen verbunden, letztendlich aber wahrzunehmen war“, erklärt er. Nach beratenden Gesprächen stimmte er letztlich der Errichtung eines Flüchtlings-Transitzentrums nicht zu.

Mit ein Grund für die Entscheidung: Die Betreuung hätte durch Freiwilligenorganisationen wie etwa dem Roten Kreuz erfolgen müssen. Diese seien aber bereits durch die Aufrechterhaltung ihres Dienstes an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit.

Schwächung des Tourismusstandortes

Dazu komme der touristische Aspekt in der Gemeinde. „In der Gesellschaft allgemein bestehen ob der Überforderung und der besorgniserregenden Entwicklung Ängste, die letztendlich auch dazu führen könnten, dass durch Stornierungen von Gästeaufenthalten eine Schwächung des Tourismusstandortes und damit der örtlichen Wirtschaft die Folge sein könnte“, so Schwarz. Seitens der Firma Handler wurde bestätigt, dass es wichtig war, das Vorhaben nur mit der Zustimmung des Bürgermeisters durchzuführen.