Erstellt am 19. April 2016, 03:34

von Mathias Schranz

ÖGB-Parkplatz kein Renner: Plan auch für Kurzparker. Seit Gebührenpflicht nur wenig Frequenz am ÖGB-Parkplatz. Parkdruck in den umliegenden Straßen ist gestiegen.

Der ÖGB-Parkplatz Einfahrt Gröhrmühlgasse Mittwochvormittag: Hier stehen seit Einführung der kostenpflichtigen Zone nur vereinzelt Autos.  |  NOEN, Schranz

Die Zeiten, als sich Autofahrer um einen Parkplatz am ÖGB-Parkplatz gestritten haben, sind vorbei. Denn seit mit Februar dort die Grüne Zone (Tages-Parkticket um drei Euro) eingeführt wurde, herrscht dort teilweise gähnende Leere. Vor allem die Parkplätze Einfahrt Gröhrmühlgasse werden fast gar nicht mehr benützt, das zeigt sich auch bei einem Lokalaugenschein der NÖN am Mittwochvormittag.

Immerhin wird auf den Plätzen Einfahrt Baumkirchnerring geparkt, allerdings kann auch hier von einer vollen Auslastung keine Rede sein. Und statt dem Parkplatz-Streit zwischen Autofahrern herrscht dort jetzt eitel Wonne, man hilft sich sogar: Parktickets werden verschenkt oder um einen Euro weiterverkauft, „oft werden die Tickets wieder zur freien Entnahme in den Automaten zurückgelegt“, erzählt man der NÖN.

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Parkdruck in umliegenden Straßen erhöht

Für die Anrainer der umliegenden Straßen hat sich der Parkdruck währenddessen stark erhöht. So ist die Gröhrmühlgasse völlig zugeparkt, das gilt auch für die Hammerbachgasse sowie ihre Seitengassen. Auch in der Raugasse sowie Schreyergasse herrscht Parkplatznot. Ein Anrainer aus der Raugasse klagt: „Die Purgleitnergasse ist genauso weit weg von der Innenstadt wie wir, ist aber seit einiger Zeit eine Kurzparkzone. Klar, dass wir jetzt zugeparkt werden. Mit dem ÖGB-Parkplatz hat sich die Situation noch verschlimmert.“

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Seitens der städtischen Parkraumbewirtschaftung hat man schon mitbekommen, dass nur mehr wenige Autos am ÖGB-Parkplatz stehen und der Parkdruck auf die Anrainer verstärkt wurde. Zumindest die Frequenz am Groß-Parkplatz könnte sich bald erhöhen. Vorgesehen ist, dass man in Zukunft auch um weniger Geld, dafür aber auch kürzer, wie in der Kurzparkzone, stehen kann. „Das ist aber noch in Planung“, sagt Parkraumbewirtschaftungs-Chef Oliver Schmidtbauer.

Evaluierung über längeren Zeitraum

Generell werde die Situation rund um den ÖGB-Parkplatz derzeit evaluiert, auch, wie sich das auf die Parksituation der Anrainer auswirke. Eine Ausweitung der Grünen oder Blauen Zone könnte bevorstehen, allerdings werden die Untersuchungen noch bis in den Herbst andauern, „man muss das über einen längeren Zeitraum beobachten, um Entscheidungen treffen zu können“, so Schmidtbauer.

Übrigens: Dass Parkscheine weiterverschenkt werden, sei nicht strafbar. Auch nicht, dass man sie nicht gewinnbringend weiterverkauft, „das ist eine Grauzone“, schätzt Schmidtbauer die Situation ein. Allerdings sei es auch schon vorgekommen, dass sich Leute mit Strafzettel im Nachhinein einen Parkschein von jemand anderem für die Zeit besorgt hätten, was strafbar ist. „Das ist Betrug“, hält Schmidtbauer fest.