Erstellt am 23. Oktober 2015, 20:48

von Tina Jedlicka

Parkdeck-Messerstiche: Neunkirchner vor Gericht. Seit neun Uhr wird am Freitag ein Mann aus dem Bezirk Neunkirchen im Schwurgerichtssaal des Landgerichts Wiener Neustadt einvernommen.

 |  NOEN, APA
"Ich wollt immer alles im Guten regeln", beteuerte der Angeklagte immer wieder beim Prozess. Sein Anwalt Rudolf Mayer erörterte das Leben des Angeklagten beim Prozess bis ins kleinste Detail.

25 Jahre bei derselben Firma, bei der er als Marktleiter in Neunkirchen tätig war. 35 Jahre bei der freiwilligen Feuerwehr, bei der er als Vermittler bei Streitigkeiten tätig war, wie er betonte.

Auch seine Lebensgefährtin und die Schwiegermutter selbst, für die er die Fehde mit dem Opfer ausgetragen hat, schwärmten im Zeugenstand vom Angeklagten. Er sei ruhig, stressresistent, würde nie laut reden.

Opfer wurde selbst zum Angeklagten

Das Opfer hatte mittlerweile selbst einen Prozess: Da ihm vorgeworfen worden war, dass er Zeitungen gestohlen haben soll, wurde er wegen Diebstahls vor Gericht gestellt und freigesprochen.

Das Opfer schilderte, wie er vom Angeklagten aus dem Schlaf gerissen worden sei, er habe ihn angefleht ihn nicht umzubringen.

"Ich habe gesagt, dass ich vier Kinder habe und er mich nicht töten soll", erzählte das Opfer. 15 Mal hat der Angeklagte auf das Ternitzer Opfer eingestochen. "Herzbeuteleinriss, einen Zentimeter an der Halsschlagader vorbei,... Vier der Verletzungen hätten tödlich enden können", erklärte Sachverständiger Ferdinand Barek, der betonte, dass es pures Glück ist, dass das Opfer überlebt hat.
 
Nach mehrstündiger Beratung fällte der Geschworenensenat das Urteil, dass es sich um versuchten Totschlag gehandelt habe. Fünf Jahre Haft, lautete das nicht rechtskräftige Urteil.
 

NÖN.at hatte am Vormittag berichtet:

Parkdeck-Messerstiche: Neunkirchner vor Gericht

Seit neun Uhr wird am Freitag ein Mann aus dem Bezirk Neunkirchen im Schwurgerichtssaal des Landgerichts Wiener Neustadt einvernommen.

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Der Mann hat am 28. März einem ehemaligen Mitarbeiter seiner Schwiegermutter beim Parkdeck in Wiener Neustadt 15 wuchtige Messerstiche zugefügt.

"Sie werden heute zu klären haben, ob der Angeklagte es für möglich gehalten hat, und sich damit abgefunden hat, dass das Opfer stirbt. Nach den Messerstichen ließ er ihn am Boden liegen. Mit schwersten Verletzungen", meinte Staatsanwalt Markus Bauer.

Anwalt: "Totschlag mit Rücktritt vom Versuch"

Unter Tränen erzählte der Angeklagte, dass er immer alles nur im Guten lösen wolle. Bei seiner Firma, bei der Feuerwehr, überall sei er um friedliche Lösungen bemüht gewesen.

Sein Anwalt Rudolf Mayer plädierte auf versuchten Totschlag mit Rücktritt vom Versuch. Der ehemalige Mitarbeiter seiner Schwiegermutter habe Zeitungen gestohlen, um sie fertig zu machen. Staatsanwalt Bauer betonte, dass dieser von dem Vorwurf bereits freigesprochen worden sei.

Der Angeklagte hat am 28. März in der Nacht einen Anruf von seiner Schwiegermutter bekommen, dass wieder Zeitungen weg gekommen seien. Als es zu einer Konfrontation kam, kam es zu der Bluttat.

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