Wiener Neustadt

Erstellt am 16. Mai 2017, 02:15

von Mathias Schranz

MedAustron war Thema beim „Bürgeranwalt“. Wiener muss für Krebsbehandlung im MedAustron 8.850 Euro dazu zahlen. Verhandlungen mit Hauptverband laufen.

Diskutierten im ORF über MedAustron: Bernhard Wurzer, Generaldirektor-Stellvertreter des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, Bürgeranwalt-Moderator Peter Resetarits und Volksanwalt Günter Kräuter.  |  ORF

Die NÖN hat es mehrmals berichtet: Noch zahlen die Krankenkassen nicht den vollen Betrag im Falle einer Krebs-Behandlung im MedAustron. Das war jetzt auch in der ORF-Sendung Bürgeranwalt Thema: Der Wiener Robert Stampfer, er leidet an einem Tumor zwischen Kiefer und Nase, hatte dort im März zehn Behandlungen – die auch Erfolg in Aussicht stellen.

Allerdings werden von den Kosten in der Höhe von 27.500 Euro nur 18.650 Euro bezahlt, für 8.850 Euro soll er selbst aufkommen. Kurios: Die Betriebskrankenkasse der Wiener Linien hätte die ganze Behandlung im Krebs-Zentrum in München mit einer ähnlichen Behandlung bezahlt, weil es mit dem dortigen Institut Verträge gibt. „Das ist nicht akzeptabel, wenn man sein ganzes Leben lang in die Krankenversicherung einbezahlt hat“, ärgerte sich der Patient im TV.

Rückwirkende Kosten-Erstattung?

Bernhard Wurzer, Generaldirektor-Stellvertreter des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, vewies darauf, dass es in anderen Ländern ähnliche Einrichtungen wie MedAustron gäbe und man grenzübergreifend arbeite. Das gelte umgekehrt in Zukunft auch für den Standort in Wiener Neustadt. Wurzer rechnet damit, dass von den 1.200 möglichen Patienten pro Jahr nur rund 300 aus Österreich kommen werden. „Es ist gut, dass es so etwas in Österreich gibt, aber das Ganze muss man grenzübergreifend sehen.“

Im Vorjahr seien für solche Behandlungen über 100 Österreicher ins Ausland geschickt worden. Die Anfangsverhandlungen seien schwierig gewesen, weil seitens MedAustron Tarife vorgeschlagen wurden, „wo in München fast zwei Patienten hätten behandelt werden können“, so Wurzer. Allerdings betonte er auch, dass die Verhandlungen jetzt gut und konstruktiv laufen würden. Man sei bemüht, eine rückwirkende Lösung für Patienten zu finden. Moderator Peter Resetarits befand: „Das wirkt aber schon kurios, wenn man als Österreicher in München für die Behandlung nicht zahlen muss, bei uns aber schon.“ Volksanwalt Günther Kräuter forderte eine gesetzliche Lösung, falls die Verhandlungen in den nächsten Monaten nicht abgeschlossen werden können.

MedAustron-Geschäftsführer Alfred Zens meint auf NÖN-Anfrage: „Die Tarife für eine Ionentherapie liegen europaweit im Durchschnitt zwischen 30.000 und 40.000 Euro. Unsere Tarife bewegen sich ebenfalls in diesem Bereich. Die letzten Gespräche mit dem Hauptverband verliefen äußerst positiv, deshalb sind wir zuversichtlich, dass wir bald eine Einigung finden, die im Sinne der Patientinnen und Patienten ist.“