Erstellt am 12. Juli 2016, 11:15

von Kristina Veraszto

Zwei Jahre Haft für Hardcore-Kinderpornos. Piestingtaler wegen Besitz pornografischer Darstellungen Minderjähriger verurteilt. Er bekannte sich schuldig.

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Reumütig saß der 50-Jährige im Schwurgerichtssaal des Wiener Neustädter Landesgerichtes. Ihm drohte bereits die dritte Verurteilung wegen Besitz pornografischer Darstellung Minderjähriger. Nachdem die Staatsanwältin die Anklageschrift vorgelesen hatte, bekannte sich der Piestingtaler schuldig. Erst im Dezember wurde der gelernte Mechaniker und Vater eines mittlerweile volljährigen Sohnes aus der Haft vorzeitig entlassen, im März folgte dann der Rückfall.

Der 50-Jährige legte sich aus „Langeweile“ ein Profil im sozialen Netzwerk „Instagram“ an. Durch einen anderen User kam der Piestingtaler dann auf verschiedene Seiten, die Kinderpornos beinhalteten. Vor Gericht beteuerte der Angeklagte, das Material abgespeichert zu haben. Er hätte aber nie anderen Usern die Videos und Bilder zur Verfügung gestellt.

Der Bewährungshelfer, der ebenfalls vor Gericht eine Erklärung abgab, beschrieb den 50-Jährigen als „stets kooperativ“. Von den neuerlichen Straftaten hätte er nichts gewusst. Bereits vor seinem Rückfall hätte der Angeklagte angesucht, seine Therapie, die jede zweite Woche angesetzt war, auf ein wöchentliches Treffen umzustellen.

„Ich habe mich jedes Mal danach extrem schlecht gefühlt.“

zeigte sich der Angeklagte vor Gericht reumütig.

„Ich habe mich jedes Mal danach extrem schlecht gefühlt“, äußerte sich der 50-Jährige vor Gericht. Immer wieder betonte der Richter, dass es sich bei dem sichergestellten Material auf Handy und Tablet nicht um harmlose Fotos handle, sondern um Videos, die unter den Begriff „Hardcore-Kinderpornos“ fallen.

Außerdem sei es dem Richter in seiner Praxis noch nie vorgekommen, dass ein Beschuldigter wegen eines solchen Delikts schon zum dritten Mal angeklagt sei. Das dritte Urteil könne nicht mehr so milde ausfallen, da bereits eine bedingte und eine teilbedingte Verurteilung ohne Besserung des 50-Jährigen erfolgt war. Das noch nicht rechtskräftige Urteil: Der Piestingtaler wurde für seine Straftaten zu 22 Monaten unbedingter Haft verurteilt.

Die durch seine vorzeitige Entlassung offenen zwei Monate und 10 Tage Gefängnis wurden widerrufen. Der Angeklagte solle laut dem Richter die Zeit nutzen, die Therapie, die nach der bedingten Entlassung begonnen hat, neu anzufangen und ernsthaft und regelmäßig fortzuführen.