Erstellt am 06. Oktober 2015, 04:27

von Josef Kleinrath

"Rechts-Vorrang" im Zehnerviertel?. Neustädter Verkehrsamt überprüft Voraussetzungen im Zehnerviertel. VP-Stadtchef Schneeberger ist sehr skeptisch.

Hannes Höller von der Radlobby unterstützt die Einführung der »Rechtsregel«.  |  NOEN, Foto: privat

Den Grundsatz-Beschluss, Rechtsvorrang in einem Stadtviertelmal probeweise einzuführen, gibt es schon länger. Jetzt wurde im Verkehrsbeirat laut SPÖ-Verkehrsstadtrat Martin Weber die Fortsetzung dieser Vorgangsweise vereinbart. Konkret kann er sich vorstellen, dass bis zum 1. Quartal 2016 alle noch nötigen Schritte gesetzt werden, um eine Testphase im ganzen Zehnerviertel in den 30-er-Zonen zu starten. „Das Verkehrsamt prüft noch jede einzelne Kreuzung, ob sie gut genug einsehbar ist“, schildert Weber.

Prinzipiell könnte die Rechtsregel überall gelten, außer auf den Straßenzügen mit öffentlichem Busverkehr und auf Straßen mit einem Fahrradstreifen.

Rückendeckung von Radlobby

Schützenhilfe erhält Weber in dieser Causa von der Radlobby, die ein umfangreiches Dossier zur Einführung des Rechtsvorranges erstellt hat. Dieses beinhaltet, dass vor Einführung des Pilotprojektes eine umfangreiche Information und Einbindung der betroffenen Bevölkerung erfolgen müsse, es beinhaltet Argumente für den Rechtsvorrang und eine Analyse des Ist-Standes sowie gute Umsetzungsbeispiele und diverse weitere Empfehlungen. Etwa die wirklich gute Beschilderung am Beginn der Zonen sowie eine begleitende Evaluierung der Maßnahme.

ÖVP-Bürgermeister Klaus Schneeberger zeigte sich in einer ersten Reaktion wenig begeistert. Er sei damit noch nicht konfrontiert worden und könne sich kaum vorstellen, dass eine derartige Verordnung des Bürgermeisters kommen werde: „Das muss sehr breit diskutiert werden, das schauen wir uns sehr genau an, ehe wir das machen. Ich will nicht für eine Situation verantwortlich sein, wo sich viele dann nicht mehr auskennen.“


Die Ist-Situation

Im Zehnerviertel …

  • sind derzeit 166 Kreuzungen mit Vorrang-geben-Schildern geregelt

  • gilt an 20 Kreuzungen schon jetzt die Rechtsregel

  • gibt es 18 Mal Stopp-Tafeln

  • Laut Radlobby könnten rund 100 Verkehrszeichen ersatzlos gestrichen werden.