Erstellt am 19. April 2016, 04:44

von Josef Kleinrath

RFJ Wiener Neustadt: Wirbel um Identitäre. Lukas Eller, Wiener Neustädter Obmann des RFJ (Ring Freiheitlicher Jugend), wegen „like“ im Internet in der Kritik.

Lukas Eller  |  NOEN, Archiv (Franz Baldauf)
Die „Identitären“ sind als rechtsextreme Gruppierung eingestuft. Dass der Wiener Neustädter FPÖ-Bürgermeisterstellvertreter Michael Schnedlitz diese Gruppierung im Rahmen einer Parteiveranstaltung am Wiener Neustädter Hauptplatz besonders herzlich begrüßt hat, hat vor wenigen Wochen für großen Wirbel gesorgt.

Nun haben diese „Identitären“ mit einer Störaktion eines Jelinek-Stücks in Wien für Aufsehen und einen Aufschrei gesorgt. Für die SPÖ Grund genug, neuerlich den Rücktritt von FPÖ-Bürgermeisterstellvertreter Michael Schnedlitz zu fordern. Denn er habe diese mit der Einladung in ihrem Tun bestärkt.

Die Aktion in Wien verurteilt Schnedlitz: „Wenn sie so etwas schon vor der Veranstaltung gemacht hätten, hätte ich sie sicher nicht so begrüßt.“ Denn für ihn ist derartiger Aktionismus jedenfalls abzulehnen: sowohl von rechts, aber auch von links. Mit den Identitären stehe er nicht in Kontakt.

Eller "weiß selbst nicht, warum er da drauf geklickt hat"

Dass mit Lukas Eller, dem Obmann des RFJ, einer aus den Reihen der FPÖ Wiener Neustadt diese Aktion auf „facebook“ geliked hat, hat für einen Aufschrei seitens der Grünen gesorgt. Dieses „like“ stößt auch Schnedlitz sauer auf, der sofort mit Eller Kontakt aufgenommen hat: „Er weiß selbst nicht, warum er da drauf geklickt hat. Er sieht es auch so, dass diese Aktion nicht in Ordnung war und hat sich sofort entschuldigt und distanziert. Es tut ihm sehr leid, dass er das getan hat.“

ÖVP-Stadtchef Schneeberger dazu: „Nachdem immer wieder in der Öffentlichkeit sowohl von rechts als auch von links Aggressionen geschürt werden, stelle ich klar, dass ich beides ablehne – zuletzt die Auswüchse der Identitären Bewegung. Unsere Demokratie und unser Zusammenleben sollen von gegenseitigem Verständnis und Toleranz, nicht aber von Aufhetzung und Ausgrenzung geprägt sein. In Wiener Neustadt haben wir dafür kein Verständnis und auch keinen Platz.“