Erstellt am 28. Oktober 2015, 12:55

von APA/Red

Schauspielerin und Regisseurin Birgit Doll verstorben. Die Wiener Schauspielerin und Regisseurin Birgit Doll ist nach kurzer, schwerer Krankheit vorgestern, Montag, im Alter von 57 Jahren verstorben. Das teilte die Familie der Verstorbenen am Mittwoch mit.

57-Jährige starb am Montag nach kurzer, schwerer Krankheit  |  NOEN, APA (Archivbild)

In der Vorwoche hatte eine Falschmeldung des Schauspielers und Festivalleiters Alexander Waechter für Verwirrung gesorgt, der den Tod der "Nestroy"-Preisträgerin bekannt gegeben hatte. Dies wurde kurz darauf von der Familie dementiert.

Doll wurde am 9. März 1958 in Wien geboren und studierte nach der Matura Germanistik und Theaterwissenschaft und absolvierte das Max-Reinhardt-Seminar. Ihr Debüt gab sie 1976 am Salzburger Landestheater. Weitere Stationen führten sie u.a. an das Theater in der Josefstadt, an das Zürcher Schauspielhaus, an das Bayrische Staatsschauspiel, zu den Salzburger Festspielen, an das Berliner Schillertheater und an das Wiener Volkstheater.

Mit Kainz-Medaille angezeichnet

Dort verkörperte sie etwa Ibsens "Nora" und "Hedda Gabler" (für die sie mit dem Skraup-Preis ausgezeichnet wurde) und Euripides'"Medea", für ihre Darstellung der Martha in "Wer hat Angst vor Virginia Woolf...?" erhielt sie 2000 den "Nestroy" als beste Schauspielerin. Für die Titelrolle in Franz Grillparzers "Libussa" im Volkstheater wurde sie 1992 mit der Kainz-Medaille ausgezeichnet.

In den letzten Jahren entdeckte Doll das Regie-Fach für sich: Ihr Debüt gab sie 2002 am Volkstheater-Plafond mit dem Kammerspiel "Antilopen" von Henning Mankell. Zuletzt inszenierte sie etwa im Vorjahr in der Sommerarena Baden Ödön von Horvaths "Geschichten aus dem Wiener Wald", im Jahr davor zeichnete sie bei "Shakespeare auf der Rosenburg" für die "Falstaff"-Regie verantwortlich, auch den "Sommernachtstraum" inszenierte sie dort. Auf der Bühne stand sie in den vergangenen Jahren etwa am Landestheater Niederösterreich, so 2012 in Robert Thomas'"Acht Frauen".

Auch vor der Kamera mitgewirkt

Doll zog es auch immer wieder vor die Kamera: 1979 spielte sie an der Seite von Helmut Qualtinger die Marianne in Maximilian Schells "Geschichten aus dem Wiener Wald"-Verfilmung, 1981 stand sie für "Dantons Tod" mit Götz George vor der Kamera.

In Michael Hanekes Spielfilm "Der siebente Kontinent" spielte sie an der Seite von Dieter Berner. Weitere Projekte waren etwa Florian Flickers Streifen "Suzie Washington" und "Der Überfall" (2000) oder Jakob M. Erwas "Heile Welt" im Jahr 2007. Auch im Fernsehen war Doll aktiv, etwa in "Schnell ermittelt", "Tatort" oder "Polizeiruf 110".