Erstellt am 09. Februar 2016, 08:13

von Victoria Schmidt und Doris Hoefer

Schneelose Schigebiete in der Region Wiener Neustadt. Der fehlende Schnee macht den Schigebieten in der Region derzeit massiv zu schaffen - ein Liftbetrieb war bisher maximal für ein paar Tage möglich.

Die Schimatte in Markt Piesting, die von Mitgliedern des Schi- und Wandervereins in mühevoller Arbeit präpariert wurde, war bei warmen Plusgraden am Wochenende leider chancenlos der Sonne ausgeliefert und bot keinen schönen Anblick.  |  NOEN, Doris Hoefer

Veranstalter von Faschingsumzügen haben nichts an den derzeitigen Wetterverhältnissen auszusetzen, die Betreiber der Schigebiete im Bezirk leiden aber massiv an den nahezu frühlingshaften Wetterverhältnissen.

Erika und Michael Schweiger, Betreiber der Furtnerlifte in Rohr im Gebirge, können mit einer schönen neuen Homepage aufwarten, trotzdem bleiben die Gäste aus. „Es war das erste Mal, dass es in den Energieferien keinen Schnee gibt. Die Weihnachtsferien sind schon seit ein paar Jahren ein Problem, aber im Jänner ist dann meistens der Winter gekommen“, erzählt Erika Schweiger.

Dieses Jahr war die mühevoll präparierte Piste nur an zwei Jännertagen geöffnet. Dann kam der Regen, und der Schnee schmolz. Auch Langlaufen war nur an zwei Tagen möglich. „Durch die Schneekanonen haben wir zusätzliche Kosten.“ Alles hänge vom Liftbetrieb ab, ohne Schnee blieben kaum Besucher zum Übernachten, kämen weniger Gäste ins Restaurant. Alle Vereinsmeisterschaften wurden abgesagt.

Kunststoffmatte statt Skipiste

Auch auf der Quellenwiese in Neusiedl fiel der Kinderschikurs aus. Obmann Dietmar Scheibenreif: „Außer an vier Tagen im Jänner war kein Liftbetrieb möglich. Voriges Jahr hatten wir an rund 30 Tagen offen.“ Trotzdem wurde auch in diesem Jahr etwas für die Kinder gemacht. Am Wochenende fand das traditionelle Zipflbob-Rennen eben auf einer 15 Meter langen Matte statt. Der Spaß war der gleiche, den Kindern gefiel es. Finanziell sei der Schneeausfall kein Problem. „Wir sind alle ehrenamtlich dabei, und wenn der Lift nicht fährt, gibt es auch keine Kosten“, so Scheibenreif.

Auch in der Gemeinde Markt-Piesting gibt es eine Kunststoffmatte. „Es war schon ein reger Betrieb mit den Kindern“, so Amtsleiter Franz Wöhrer. Aber wenn die Ferien zu Ende sind, dann sei auch die Saison vorbei. Aufgrund der Schneematte könne auch bei feuchter Witterung oder Raureif gefahren werden. Die Piste steht jederzeit kostenlos zur Verfügung.

Auch Mühlenloipe kämpft mit Problem

Größere Auswirkung hat der warme Winter auch auf das Schigebiet Unterberg. Viele Karten wurden schon vor Saisonbeginn verkauft, unter anderem auf Initiative von VP-Bürgermeister Klaus Schneeberger für alle Pflichtschüler aus Wiener Neustadt. Der Preis der Karten wird zurückerstattet beziehungsweise für die nächste Saison gutgeschrieben. Betreiber Erich Panzenböck lässt sich nicht entmutigen: „Es gibt eine genaue Regelung, wie es mit der Rückvergütung aussieht. Wenn es nicht geht, geht es nicht, aber wir geben nicht auf. Ein Unternehmer muss auch eine schneelose Saison überleben.“

Auch die Mühlenloipe in Hochneukirchen war in dieser Saison noch nie in Betrieb. Der Tourismusverein, der die Loipe auf Basis freier Spenden betreibt, hat zwar keine größeren finanziellen Verluste, aber: „Für die Motivation in der Vereinsarbeit ist es von Bedeutung“, so Obfrau Marianne Höller vom Gasthaus Höller in Gschaidt. Sie betreibt auch die Rasthütte entlang der Mühlenloipe, für deren Erhaltungskosten und Pacht sie auch ohne Loipenbetrieb aufkommen muss. „Wenn es wenigstens ein paar Wochen ginge, wären wir im finanziellen Rahmen“, so Höller.