Erstellt am 22. Dezember 2015, 06:03

von Tina Jedlicka

Schüsse auf Flüchtlinge. Vier Burschen im Alter von 19 und 20 sollen im Sommer auf "Menschenjagd" gegangen sein.

Eines der Schussopfer präsentierte seine Verletzungen.  |  NOEN, privat

Wie Firmlinge saßen vier Burschen am Mittwoch auf der Anklagebank des großen Schwurgerichtssaales am Landesgericht Wiener Neustadt. Sie sollen gemeinsam mit Softguns auf „Menschenjagd“ gegangen sein und dabei unter anderem vor der Arena Nova Asylwerber abgeschossen haben.

Burschen zeigten sich reumütig

Einer von ihnen durfte jedoch gleich wieder gehen: Seine Anwältin hat die Anklage erst am Tag vor der Verhandlung bekommen und so nicht ausreichend Zeit gehabt, sich vorzubereiten. Die anderen wurden unter anderem von Viktor Strebinger und Michael Dohr vertreten. Die Burschen leisteten an die Opfer teilweise vor Ort Schmerzensgeldzahlungen und zeigten sich reumütig. Eine Erklärung, warum sie das getan hatten, konnten sie jedoch nicht wirklich liefern.

Richterin Petra Harbich fragte einen der Angeklagten: „War das eine riesen Hetz in dem Moment?“ Der Angeklagte senkte den Kopf und verneinte.

Einer der Zeugen fragte nach seiner Einvernahme, ob er noch etwas sagen dürfe und meinte sauer: „Wisst ihr eigentlich, was ihr anrichten hättet können? Wenn ihr mir oder einem anderen ins Auge getroffen hättet, könnten wir heute blind sein!“ Die Burschen schauten betroffen zu Boden. Der Prozess musste schließlich vorerst vertagt werden, dann soll auch der Fall des weiteren Angeklagten miteinbezogen werden.