Schützen am Gebirge , Wiener Neustadt

Erstellt am 19. August 2016, 05:50

von Josef Kleinrath, Mathias Schranz und Sigrid Janisch

Weinfass nach 30 Jahren zurück gebracht. Ein 30 Jahre lang „verschollenes“ Weinfass kam durch Initiative des Schützeners Martin Jaidl wieder nach Wiener Neustadt.

Erinnerung. Martin Jaidl vor dem historischen Fass im Keller seines Großvaters, ehe es nach Wiener Neustadt gebracht wurde. Foto: Peter Puschnig  |  Peter Puschnig

Martin Jaidl aus Schützen spielte eine entscheidende Rolle darin, ein 112 Jahre altes historisches, mit Schnitzereien reich verziertes Weinfass nach Wiener Neustadt zurückzubringen. Der Offizier beim Bundesheer fand das Fass im Familienbesitz und wollte es nicht entsorgen.

Ihm fiel in den Schnitzereien das Stadtwappen von Wiener Neustadt auf. Also fragte er 2007 seinen Kameraden Peter Puschnig, Ehemann der früheren Wiener Neustädter Stadträtin Gabi Puschnig, ob die Stadt das Fass haben wolle.

„Sollte dort stehen, wo es jeder sehen kann“

Erinnerung. Martin Jaidl vor dem historischen Fass im Keller seines Großvaters, ehe es nach Wiener Neustadt gebracht wurde. Foto: Peter Puschnig  |  Peter Puschnig

„Er meinte, für eine Entsorgung im Ofen ist das Fass zu schade“, erinnert sich Puchnig. Dieser informierte den damaligen Wiener Neustädter Bürgermeister Bernhard Müller. Nach mehrmaligen Anfragen durch Martin Jaidl holten die Wiener Neustädter Stadtwerke mit dem damaligen Stadtmuseums-Chefs Norbert Koppensteiner das Fass ab.

Doch wie kam das Fass überhaupt nach Schützen? 1904 gefertigt, war es von 1965 bis 1975 im Besitz der Wiener Neustädter Weinhandlung Aibler und Schwarz. Im Zuge der Auflösung dieser Kellerei wurde das Weinfass von Eduard Schwarz nach Schützen zu seinem langjährigen Geschäftspartner Josef Jaidl gebracht, der es als Dekorationsfass nutzte. Nachdem das Fass wieder seinen Weg nach Wiener Neustadt gefunden hatte, war es bis zum Vorjahr in einem Lager der Stadt, wo es bei Aufräumarbeiten gefunden wurde.

Tischlermeister Kurt Priesterberger nahm sich darum an. „Es sollte eigentlich auf einem Platz stehen, wo es jeder sehen kann“, meinte er. Nun hat es einen Platz auf einem Grünstreifen in Wiener Neustadt gefunden.