Erstellt am 01. Juni 2016, 10:44

von Mathias Schranz

"Sieg Heil"-Sager: Kein Nazi-Hintergrund. Jener Bursche, der nach der Wahl "Sieg Heil" rief, soll laut seinem Anwalt kein Sympathisant des Nazi-Regimes sein.

 |  NOEN, Symbolbild

Das sorgte für Schlagzeilen: Nach der Bundespräsidenten-Wahl hatte ein Bursche vor dem Wahllokal in Hochneukirchen „Sieg Heil“ geschrien.

Die Empörung an Ort und Stelle war groß, es wurde Anzeige erstattet. Mittlerweile sind Hintergründe zu dem Vorfall bekannt, die NÖN sprach mit dem Rechtsanwalt des Beschuldigten. „Ich habe mich lange mit ihm unterhalten, mein Mandant hat keinen nationalsozialistischen Hintergrund oder sympathisiert damit.“

Alkoholisiert und von Freundin verlassen

Warum der Lehrling nach der Wahl – er war stark alkoholisiert – „Sieg Heil“ gerufen hat, erklärt er folgendermaßen: „Am Tag vor der Wahl hat ihn seine langjährige Freundin verlassen, dazu hatte er getrunken. Es war quasi eine Art Verarschung nach dem Wahlgang“, so der Rechtsanwalt. Sein Mandant streite die Tat nicht ab, „aber er hat keine derartige Gesinnung.“

Wie der Anwalt des Hochneukirchners gegenüber der NÖN bestätigte, werde er auch anregen, dass sich sein Mandant mit dem Thema Nationalsozialismus befasse. „Denn die meisten, die so etwas schreien, wissen gar nicht genau, worum es da eigentlich geht“, weiß der Anwalt aus Erfahrung.